Action Cam Trends: Fehlschläge der letzten Jahre


GoBandit Live
Action Cam GoBandit Live im Test

In Bereich der Action Cams ist in den letzten Jahren unfassbar viel passiert. Längst gibt es wirklich günstige und durchaus gute Action Cam Modelle und Action Cam Trends.

Ebenso gibt es Action Cams, die sich speziell an professionelle Anwender richten und sogar welche, die über besonders ausgeklügelte Funktionen verfügen. Doch die Entwicklung neuer Action Cams bringt nicht immer nur Erfolge zu Tage, sondern auch den ein oder anderen Fehlschlag.

In den letzten Jahren gab es einige Konzepte im Action Cam Bereich, die meiner Meinung nach überhaupt nicht aufgegangen sind. Viele von diesen Action Cams sind heute natürlich gar nicht mehr erhältlich oder einfach nicht mehr gefragt.

Eben diese Fehlschläge der letzten Jahre möchte ich heute mal ausführlicher vorstellen, denn es gibt nicht nur Erfolgsgeschichten alá GoPro, sondern auch Geschichten, die nicht gut ausgegangen sind.

Action Cam Trends: diese Action Cams waren kein Erfolg

Action Cam Trends
Bild: GoBandit Live Actioncam

Eine der Action Cams, die mir wirklich am schlimmsten in Erinnerung geblieben sind, ist die GoBandit Live. Dabei war die Kamera doch so vielversprechend, es sollten GPS Daten aufgezeichnet werden, die Geschwindigkeit sollte im Video erscheinen und am Anfang schien alles so gut.

Für den Videobereich im Sport ein Traum: G-Kräfte, Geschwindigkeit, Route – alles im Video zu sehen. Schnell stellte sich heraus, dass die Kamera zu heiß wurde, der Akku im Lieferumfang war defekt, die Einblendung der Daten via GPS funktionierte auch nicht so richtig und bald war die Freude verflogen und die Rücksendung der Kamera eingeleitet.

  • Preis: 230 Euro
  • Noch erhältlich: ja

TomTom Bandit
Die Action Cam aus dem Hause TomTom, machte einen wirklich guten, ersten Eindruck. Die Kamera kam mit einer Fernbedienung und sollte ebenso wie die GoBandit Live GPS Daten in den Videos einblenden können. Darüber hinaus verfügte die Kamera als eine der ersten Kameras über eine Art “Live Schnitt Funktion”.

Die besten Szenen sollten automatisch zu einem Video zusammengeschnitten werden. Ursprünglich wurde die Action Cam für über 450 Euro angeboten, inzwischen fiel der Preis auf ca. 250 Euro. Wirklich groß verbreitet hat sich die Kamera nicht.

  • Preis: 250 Euro
  • Noch erhältlich: ja

Garmin Virb Reihe
Die erste Garmin Action Cam, die Garmin Virb war bereits rein totaler Reinfall. Trotzdem gefiel mit das Konzept der Garmin Virb XE und so legte ich mir nach und nach einige dieser Action Cams zu. Vom Preis her lag die Kamera auf “GoPro Niveau”. Kamera und Idee überzeugten, es gab GPS Werte, die in den Videos angezeigt werden konnten (Geschwindigkeit, Temperatur, G-Kräfte, Route) und auch ein Grundmaß an Zubehör.

Darüber hinaus waren die Virb’s von Garmin mit sämtlichen GoPro Halterungen nutzbar. Besonders gut gefallen hat mir die Möglichkeit, die Kamera auch über Schnittstellen mit dem Bordcomputer von Pkw’s verbinden zu können. Wirklich verbreitet hat sich die Action Cam aber nicht. Ob es am Action Cam untypischen Format des Gehäuses gelegen hat? Ich weiß es nicht. Auch ich habe inzwischen wieder Action Cams von GoPro im Einsatz.

  • Preis: 330 Euro
  • Noch erhältlich: ja

Nikon Keymission 360

Nikon Keymission 360
Mit der Keymission Action Cam Reihe wollte Nikon auch mit eigenen Action Cams am Markt vertreten sein. Doch die Keymission Action Cams waren der Anfang eines fürchterlichen Fiaskos. Zunächst wurde die Markteinführung immer wieder verschoben, als dann mit großer Verspätung zumindest das Flaggschiff erhältlich war, nahm der Ärger kein Ende. Die als 360 Grad Kamera gedachte Nikon Keymission 360 konnte die Nutzer einfach nicht überzeugen.

Es gab Probleme mit der App und dem WLAN, die Bild und Videoqualität sorgte für Unzufriedenheit und auch sonst ließen die Benutzer bei z.B. Amazon kaum ein gutes Haar an der Kamera. Die Bewertungen sind geradezu desaströs, mit 2.6 von 5 Sternen, scheint die absolute Mehrheit der Anwender nicht zufrieden zu sein. Bei unserem Media Markt vor Ort hat man sogar nach einer Weile, den kompletten Aussteller wieder ins Lager verbannt und an seiner Stelle ein Display vom Konkurrenten GoPro aufgebaut.

  • Preis: 299 Euro
  • Noch erhältlich: ja

JVC Adixxon oder JVC GC-XA1BEU
Die JVC Adixxon ist ein weiteres Beispiel für die Probleme der großen, traditionsreichen Firmen aus dem Kamerabereich. JVC ist ein alter Hase wenn es um Kameras geht. Dennoch ist es dem Unternehmen einfach nicht gelungen, eine Action Cam auf den Markt zu bringen, die beim Publikum ankommt.

Die Adixxon Action Cam lag preislich eher im oberen Bereich, es gab sogar eine zweite Version. Doch keine der Versionen schaffte es, die Nutzer wirklich zu beeindrucken, geschweige denn, zufriedenzustellen.

An der Seite war ein Display im Gehäuse eingelassen. Eine gute Idee zur Bildkontrolle bzw. dem Abspielen der Videos, aber während die Action Cam in Verwendung war völlig unbrauchbar. Auch die Qualität der Videoaufnahmen war eher mau als beeindruckend.

  • Preis: 300 Euro
  • Noch erhältlich: ja

Panasonic HX A 100
Die Panasonic HX A 100 war eine sogenannte “Schwanenhalskamera”. Es gab zwei Elemente, ein Gehäuse mit Knöpfen, Speicherkarte und Akku darin und ein ca. 20 cm langes Kabel, das zu einem Objektiv führte. Die Kamera war Wasserdicht und verfügte in einer späteren Version sogar über ein im Hauptteil eingelassenes Display.

Die Handhabung war kompliziert, die App hatte diverse Macken und preislich bewegte sich die Action Cam bei über 300 Euro. Halterungen waren Mangelware und die vom Hersteller erdachte Befestigung an Oberarm und Kopf erwies sich als kompliziert und nervig.

Wir haben die Kamera für einige, wenige Tests verwendet. Ärgerten uns aber wiederholt über die Steuerung und die App Probleme. Im Zweifelsfall merkte man später, dass die Kamera nichts aufgenommen hatte. Da war es dann aber natürlich zu spät. Den Nachfolger mit Display haben wir dann nicht mehr ausprobiert.

  • Preis: 300 Euro
  • Noch erhältlich: ja, gebraucht

Kodak SP360
Die Kodak SP360 sollte mit 360 Grad Aufnahmen punkten. Ich habe diese vergleichsweise teure Kamera recht früh ausprobiert und habe einen wahren Albtraum erlebt. Nichts, aber auch gar nichts schien zu funktionieren. Die Bildqualität war unterirdisch, die App bzw. Desktop Software wollte einfach nicht laufen.

Die Software für macOS beinhaltete Fehlermeldungen von Windows bzw. ließ sich unterm Strich einfach nicht nutzen. Nach langem hin und her mit dem Support, war keine Lösung zu finden und oben drauf, brauchte man für vollsphärische Aufnahmen 2 Kameras, die man aneinander koppeln musste.

Die Kamera wurde nicht vom Markt genommen, sondern wird bis heute angeboten. Es gibt inzwischen sogar eine 4k Version, doch die Bewertungen halten sich in Grenzen, ebenso wie die Verbreitung. Mit Preisen von 250-500 Euro je nach Modell und Bundle ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Action Cam wieder in den tiefen des Marktes verschwinden wird.

  • Preis: 250 – 500 Euro
  • Noch erhältlich: ja

iON Camera
Von der Firma “iON” gab es in den letzten Jahren gleich mehrere Action Cam Modelle. Eines habe ich ausprobiert, doch wirklich überzeugen konnte iON damit nicht. Festverbaute Akkus, miese Bildqualität und App Probleme sorgten schnell für Ernüchterung. Wirklich verbreitet scheinen die Action Cams von iON auch nicht zu sein.

Man hört zwar immer mal wieder etwas von der Firma, aber auf dem aktuellen Stand der Technik scheinen die Kameras darüber auch nicht mehr zu sein. Die Kameras werden inzwischen zu Schleuderpreisen angeboten (100-200 Euro), sind aber längst nicht mehr aktuell und damit unterm Strich einfach nur teuer. Soweit ich herausfinden konnte, hat das Unternehmen 2016 Insolvenz angemeldet.

  • Preis: 100 – 200 Euro
  • Noch erhältlich: ja

Contour Camera
Die Contour Camera ist ein weiteres Unternehmen, dass die GoPro Hero Action Cams nicht überlebt hat. In der Anfangszeit von GoPro, wurden die Contour+, ContourHD oder die ContourRoam noch angeboten. Irgendwann entwickelte sich ein Rechtsstreit zwischen Contour und GoPro, der schließlich dazu führte, dass Contour in die Insolvenz ging.

Die Kameras werden noch heute verkauft und man hörte sogar etwas von einem geplanten Neustart. Eine ernstzunehmende Konkurrenz zu GoPro Action Cams sind die Kameras von Contour jedoch längst nicht mehr.

  • Preis: 70 – 300 Euro
  • Noch erhältlich: ja

Es ist einiges passiert und dies sind nur ein paar Beispiele. Auch andere Traditionsmarken wie zum Beispiel Rollei oder Sony scheinen GoPro in Sachen “Actioncam” nicht sonderlich viel entgegensetzen zu können. Schaut man sich das vergangene Jahr an, steht GoPro mit seinen Hero Actioncam Reihe wieder ziemlich weit vorne, fast schon alleine an der Spitze.

Wer aktuell eine brauchbare Actioncam sucht, der sollte bei der Suche unbedingt auch im Gebrauchtmarkt schauen. Die Vielzahl der neuen Modelle, führt dazu, dass im Actioncam Segment, gebrauchte Geräte oft sehr günstig zu bekommen sind.

Es muss im übrigen nicht immer GoPro sein, auch Sony, Rollei, Garmin oder günstige Anbieter haben einiges zu bieten. Selbst die günstigen Actioncam Modelle verfügen längst über Wlan, Apps und Bild bzw. Videoqualität, die sich sehen lassen kann.

Fazit: wo gehobelt wird..

Nicht jedes Produkt kann ein Erfolg oder sogar ein Bestseller werden. Diese Action Cams konnten sich am Ende nicht behaupten, sind aber teilweise nach wie vor erhältlich und werden in einigen Fällen sogar noch aktiv weiterentwickelt.

Der Action Cam Markt ist inzwischen gigantisch, daher wird sich die ein oder andere Action Cam wohl in Zukunft auch in einer der wenigen Nischen behaupten können. Was haltet Ihr von den vorgestellten Action Cams, habt Ihr vielleicht sogar eine der hier vorgestellten Action Cams selbst zuhause?

An dieser Stelle geht es wie immer um eure Meinung zum Thema und das Kommentieren lohnt sich! Jeden Monat werden nämlich 10 Strongg Packs unter allen Kommentaren verlost. Also, auf geht’s – her mit eurer Meinung und euren Erfahrungen!

 

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