Anzeige: AFF Ausbildung, Fallschirmspringen – die ersten Sprünge


Fallschirmspringen in Berlin

Werbung: Tag zwei der AFF Ausbildung brach an, heute sollte es soweit sein! Wenn alles glatt läuft, würde ich heute zum ersten Mal ohne Tandemsprung, alleine aus einem Flugzeug springen und dies in sagenhaften 4.000 Metern. Mein Kopf war unglaublich voll, tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf und es gab quasi keinen Moment, in dem ich nicht über das Fallschirmspringen nachdachte.

Zunächst ging es zusammen mit meinen Mitschülern wieder in den Schulungsraum im Hangar. Dort setzten wir den Theorie Unterricht fort. Wobei an Tag 2. immer wieder Bewegungen, Scheingriffe und natürlich auch die Freifall Haltung geübt worden sind, wieder und wieder und zur Sicherheit noch einmal. Unter den kritischen Blicken des Lehrers und seines Assistenten, gaben sich sowohl meine Mitschüler, als auch ich, die größtmögliche Mühe, alles so gut wie möglich nachzumachen.

Fallschirmspringen: erste Erfolge

Langsam aber sicher stellten sich erste Erfolge ein. Die Griffe, die Haltung und auch die überlebenswichtigen “Checklisten” saßen. Wann immer wir nicht gerade im Schulungsraum saßen, den Lehrer mit Fragen löcherten oder etwas anderes gezeigt bekamen, nutzten wir die Hilfsmittel vor Ort, um Freifall Haltung und Scheingriffe zu üben. Schließlich war es dann soweit, ein Theorie Test stand auf dem Plan.

Ich muss zugeben, etwas nervös war ich schon. Am Vorabend hatte ich extra nochmal den ein oder anderen Blick in die Schulungsunterlagen geworfen. Trotzdem kamen kleine Zweifel auf, würde ich den Test bestehen? Was wäre wohl, wenn ich durchfalle? Bevor ich mich in weiteren Gedankenspielen verlieren konnte, saß ich schon im Schulungsraum und begann mit der Beantwortung der Fragen.

Dann folgten unruhige Momente, wie ist der Test wohl gelaufen? Ich vertrieb mir die Zeit damit, erneut die Scheingriffe zu üben und die letzten Fragen zu stellen. Irgendwann fiel mir schon gar nichts mehr ein, was ich hätte noch Fragen können. Dann kam der Lehrer auf mich zu und informierte mich darüber, dass ich heute meinen ersten Fallschirmsprung absolvieren würde – Wahnsinn – das Abenteuer AFF Ausbildung sollte also weiter gehen, geil!

AFF Ausbildung: die Flug Einweisung
Es wurde nun langsam aber sicher ernst. Im Rahmen der Einweisung wurde uns gesagt, mit wem wir springen würden. Außerdem wurde uns auf einer Karte gezeigt, wie der Landeanflug ablaufen würde. Es wurde gesagt, was besonders zu beachten gilt und schließlich, wurde auch noch besprochen, wie der “Exit”, also der Ausstieg aus der FUMP, dem Flugzeug aus dem wir springen, ablaufen würde. Den Exit haben wir dann am Boden noch einige Male geübt, dann hieß es: Kombi anziehen, Helm, Brille, Höhenmesser und Fallschirm anlegen und bereithalten.

Mein Körper rastete nun komplett aus.

Der sowieso schon übervolle Kopf, drohte zu explodieren. Wahnsinn, ich hätte nicht für möglich gehalten, dass ich noch aufgeregter werden könnte. Lieber nochmal schnell zur Toilette dachte ich mir, sicher ist ist! Im nächsten Moment fand ich mich dann schon in der FUMP wieder (dem Flugzeug, ihr erinnert euch?).

Es ging in die Luft, dieses Mal sollte ich jedoch nicht besonders lange fliegen, schließlich ging es weder auf Geschäftsreise, noch in den Urlaub. Dieses Mal gab es nur ein einziges Ziel und das war “nach unten, runter auf den Boden”.

So ganz klar kann ich mich dann auch gar nicht mehr erinnern, denn es passierte einfach so viel und das auch noch so schnell. Es funktionierte, viele der Sorgen und Befürchtungen waren schon vergessen, als ich das Flugzeug verlies.

Ich war einfach nur komplett sprachlos, beeindruckt und so unfassbar geflashed.

Nach der zuvor besprochenen Routine, folgte bald der Punkt, an dem ich meinen Schirm auslösen musste. Jetzt war ich alleine unterwegs, nachdem Höhenabbau habe ich dann irgendwann eine Höhe erreicht, in welcher das Funkgerät wieder in Reichweite des Lehrers war. Auch wenn ich bis zu diesem Punkt alleine unterwegs gewesen bin, konnte ich zumindest für den Landeanflug und die Landung auf Unterstützung meines Lehrers setzen.

Es war schon ziemlich beruhigend, als plötzlich das Funkgerät knackte und ich meinen Lehrer “Alex, Alex hörst Du mich?” sagen hörte. Da ich ihm nicht antworten konnte, zumindest nicht über das Funkgerät, bat er mich zur Bestätigung den Schirm um 90 Grad zu drehen. Anschließend unterstützte er mich noch mit Tipps bei der Landung. Schließlich war es soweit, der Boden kam näher und näher. Wie zuvor besprochen folgte der Landefall und tja, da war ich: am Boden, nicht zerstört und überglücklich!

Fallschirmspringen: Level 1 der AFF gemeistert

Den ersten Fallschirmsprung hatte ich nun also hinter mich gebracht. Jetzt hieß es Fallschirm einpacken und zurück zum Hangar. Dort folgte das “Debriefing” und das Ablegen der Ausrüstung. So wirklich fassen konnte ich allerdings noch nicht ganz was da gerade passiert ist. Der Tag neigte sich nun sehr schnell seinem Ende zu, die Zeit verflog und schon machte ich mich zurück auf den Weg ins Hotel.

Dort habe ich dann abermals in den Schulungsunterlagen geschaut und immer wieder den ereignisreichen Tag vor meinen Augen revue passieren lassen. Ich war überglücklich und gleichzeitig unfassbar erledigt und müde. Daher ging ich früh schlafen, denn morgen sollte es ja weitergehen und dafür wollte ich natürlich frisch und gut ausgeschlafen sein.

Fallschirmspringen: Action und Nervenkitzel nonstop
Es ist Mittwoch, Tag drei meiner AFF Ausbildung. Seit nunmehr drei Tagen stehe ich unter Dauerstrom. Heute steht die Theorie nicht mehr auf dem Tagesplan. Zumindest nicht seitens der Schulung. Wann immer mir neue Fragen einfallen oder etwas nicht ganz klar ist, schnappe ich mir trotzdem noch den Lehrer und hake nochmal nach. Inzwischen habe ich zwei Trainer zugewiesen bekommen, diese haben den ersten Fallschirmsprung mit mir absolviert. Bis AFF Level 3, springt man nämlich noch mit 2 Trainern, diese halten einen während der ersten 3 Sprünge in der Luft fest, geben Anweisungen und helfen, sofern es notwendig sein sollte.

Für heute haben wir uns richtig viel vorgenommen, Level 2 und 3 wollen wir auf jeden Fall in Angriff nehmen. Das Prinzip ist jedes Mal das Gleiche. Mein Trainer gibt mir Anweisungen, je nach Level unterscheiden sich diese. Am Boden werden alle Fragen geklärt, vor dem Abflug folgt noch eine Einweisung: Absetzpunkt, Höhenabbau, Landung und natürlich Wind werden besprochen.

Nach und nach ging es so voran, gegen den späten Nachmittag, erreichte ich dann Level 4. Wahnsinn, dass ich Level 4 so bald erreichen würde hätte ich nicht für möglich gehalten. Jetzt folgte abermals eine Premiere, denn ab Level 4 wird nur noch mit einem und nicht mehr zwei Trainern gesprungen. Erneut fing mein Kopf an auszurasten, allerdings nicht im negativen Sinne, sondern vor Aufregung.

Wieder wurde alles besprochen, die Ausrüstung angelegt und auf die Durchsage zum Start des Flugzeuges gewartet. Mit dem Aufruf ging es dann zügig zum Rollfeld und wieder ab in die Luft. Jetzt hieß es, mit nur einem Trainer springen und wieder tonnenweise Adrenalin tanken. Zur Landung hin kam dann nochmals etwas mehr Bauchkribbeln auf. Ich fragte mich, ob mir wohl alles gelingen würde und ob ich einen Landefall machen würde oder es schaffe am Ende stehen zu bleiben.

Nach der erfolgreichen Landung folgte der inzwischen bekannte Prozess: Schirm einpacken, zurück zum Hanger, High Five mit dem Trainer und “Debriefing”. Schon wieder war ein Tag meiner AFF Ausbildung verstrichen. Auch folgte nun wieder ein bekanntes Muster: Sachen einpacken, ab ins Auto und zurück zum Hotel. Dort angekommen wieder kurz Chillen, was essen, noch mal einen Blick in die Schulungsunterlagen werfen und ab ins Bett.

Fallschirmspringen in Berlin - Take Off Fallschirmsport

Fallschirmspringen: vorletzter Tag der AFF Ausbildung

Nachdem ich am Vortag 3 Fallschirmsprünge absolvieren konnte, hoffte ich darauf, abermals 3 Sprünge absolvieren zu können. Seit Level 4 brauchte ich ja nun keine zwei, sondern nur noch einen Trainer für die Sprünge. Dies machte den Ablauf um einiges einfacher und so startete ich mit Level 5 in den Donnerstag. Das Besondere an Level 5: der Trainer bleibt in der Maschine zurück und springt erst unmittelbar nach dem Schüler.

Mit Level 6 folgte dann eine deutliche Steigerung. Plötzlich galt es z.B. folgende Aufgaben zu erfüllen: (..) leitet der Schüler durch Strecken der Arme und Anziehen der Beine einen Salto rückwärts ein. (..). Puh ein Rückwärtssalto in ein paar Tausend Metern Höhe? Das war außerdem nur eine der Aufgaben. Erste Zweifel kamen auf, kann ich das wirklich schaffen, ging es mir durch den Kopf?! Glücklicherweise nahm sich der Trainer Zeit für ein paar Trockenübungen, außerdem zeigte er mir den Ablauf in einem Video und plötzlich saß ich schon wieder im Flugzeug, kurz darauf befand ich mich im freien Fall und dann “machte” ich es einfach.

Das große Zittern – Level 7 und der “Dive Exit”
Schon als wir über Level 6 sprachen, sah ich, was mit Level 7 auf mich zukommen würde. Über den Rückwärtssalto machte ich mir nach Level 6 keinerlei sorgen mehr. Das hat nämlich ganz gut geklappt. Doch jetzt war auf einmal vom “Dive Exit” die Rede. In der Praxis sieht es so aus, dass man bei einem Dive Exit mit einem Kopfsprung, entgegen der Flugrichtung aus dem Flugzeug springt.

Schon am Boden wurde mir ganz flau im Magen. Wie ihr euch aber sicherlich inzwischen denken könnt, konnte ich es auch nicht lassen. Also Nervosität bei Seite und auf, rauf auf 4.000 Meter und alles von vorne. Der Dive Exit klappte, auch der Rückwärtssalto gelang mir, ebenso die restlichen Punkte, welche ich zu erfüllen hatte. Ich war überglücklich und nur noch ein kleines Stück vom “Free Solo” Status entfernt, doch ich war auch reichlich erschöpft und beschloss nicht noch einmal zu springen.

Fallschirmspringen in Berlin - Take Off Fallschirmsport

AFF Ausbildung Tag 5 – free Solo
An Tag fünf war es dann soweit, ich wollte zum ersten Mal “Free Solo” springen. Ich lies mich durch meinen Trainer einweisen, legte die Ausrüstung an, stellte zum 3. oder 4. Mal die gleichen Fragen und machte mich dann irgendwann auf den Weg zur Maschine. Obwohl ich inzwischen schon 7. Mal gesprungen bin, war dieses Mal doch noch irgendwie eine Version heftiger. Denn mein Trainer sagte mir lediglich, wann ich an der Reihe sein würde und gab mir noch ein paar Tipps zum Exit (dem Sprung aus der Maschine), hinter mir her springen würde er dieses mal nicht.

Eh ich mich versah, stand ich in der Tür der Maschine, wartete wie besprochen die 5 Sekunden und leitete daraufhin meinen Exit ein. Mir schoss durch den Kopf: oh man, tust du das gerade wirklich? Das ist doch total geisteskrank”, doch bevor ich zu Ende gedacht habe, befand ich mich zum ersten Mal allein, in 4.000 Metern in der Luft. Unfassbar, unfassbar, unfassbar dachte ich mir.

Es fühlte sich einfach gut und richtig an. Keine Spur von Angst oder Sorge, pures Vergnügen und das durch und durch.

Bei der Landung habe ich mich am Ende dann noch ein kleines bisschen verschätzt. So kam ich mit einem kleinen “Rumm’s” auf dem Boden an. Dies tat meiner Freude aber keinen Abbruch und wieder ging es mit dem gepackten Schirm zurück zum Hangar. Dort habe ich dann noch etwas Zeit verbracht, weitere Fragen gestellt und jede Menge tolle Gespräche geführt. Gegen Nachmittag musste ich mich dann leider auf den Weg machen, denn ich hatte am nächsten Tag noch einen Termin in Köln. So lies ich das Adrenalin noch etwas nachwirken, tankte Sonne für den Weg und fuhr schließlich tiefen entspannt in Richtung Köln.

Fazit zum Fallschirmspringen und der AFF Ausbildung

Ich bin auf jeden Fall süchtig, ich will mehr und das so bald wie möglich. Aus verschiedenen Gründen werde ich mich jedoch wohl bis Juli oder August gedulden müssen, aber das sind am Ende des Tages auch nur noch ein paar Wochen. Einen eigenen Helm, eine Brille und einen Höhenmesser habe ich mir inzwischen längst besorgt.

Das Schulungsmaterial nehme ich auch noch immer mal wieder in die Hand und wenn ich mir die Videos von meiner AFF Ausbildung ansehe, dann kribbelt es auch jetzt noch wie verrückt im Bauch. Ich freue mich auf die nächsten Sprünge und kann es gar nicht erwarten endlich wieder aus einem Flugzeug zu springen!

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