2Wave Pritzerbe – Wellenreiten mitten in Brandenburg


2Wave - Surfen in Berlin
2Wave - Surfen in Berlin: das Boot mit der Heckwelle

Wir haben lange darauf gewartet und jetzt war es endlich soweit. Nach ein paar verschobenen Terminen unsererseits (nochmal ein großes Dankeschön an Frank und die aufgebrachte Geduld), haben wir endlich einen Termin zum surfen gefunden. Dazu sind wir nach Pritzerbe in Brandenburg gefahren. “Pritzerbe in Brandenburg?”, ja genau. “Wo gibt es denn dort Meer und Wellen?” fragt ihr euch? Die gibt es auf der Havel. Richtig, die Havel ist ein Fluss und bietet keine natürlichen Wellen. Aber mit dem Boot von Frank Sorge (dem Betreiber von 2Wave) ist surfen auch auf der Havel und anderen Flüssen möglich. Wie das funktioniert und was bei unserem Test erlebt haben erfahrt ihr hier in unserem Testbericht.

Wie bekommt man die Wellen auf den Fluss?

Mit einem mehrere Hundert PS starkem Chevy Motor in einem Boot ist das überhaupt kein Problem. Versteht mich nicht falsch, das Boot ist nicht zum schnell fahren gedacht. Die hohen PS-Zahlen sorgen lediglich dafür, dass die Leistung sofort abrufbar ist und sich die Welle zum Surfen in kürzester Zeit aufbaut. Hier kommen wir nämlich zur ersten Besonderheit. Unter dem Boot ist eine ausgeklügelte Klappenkonstruktion verbaut mit der es möglich ist, die Heckwelle der Schiffsschraube so zu trimmen, dass sie höher und breiter wird. Das gibt euch die Möglichkeit auf dieser zu surfen. Ohne die Leistung des Bootes, die besondere Form des Rumpfes und die Trimmmechanik ließe es sich auch nicht surfen. Im Grunde genommen läuft das Ganze so ab: Es wird ein gewisser Teil des Rumpfs mit Wasser vollgepumpt, um das Boot während des Fahrens in einer bestimmten Position zu halten. Dann werden die Klappen in einen bestimmten Anstellwinkel gebracht und jetzt muss Frank nichts weiter tun, als das Gas fein zu dosieren. Nach kurzer Zeit baut sich hinter dem Boot eine Heckwelle auf, auf der man problemlos Wellen reiten kann.

Was ist alles mit der Welle machbar?
Frank kann 2 verschiedene Wellentypen erzeugen. Eine davon ist eine nicht so hohe, gut laufende Welle, auf der man vorzugsweise mit Longboards surft. Sie ist besonders Einsteigerfreundlich und lässt sich auch mit Mini-Malibus und längeren Fishshapes fahren. Ihr reitet die Welle etwa 15 bis 20 Meter hinter dem Boot. Das verschafft euch ein tolles Freiheitsgefühl und es sind tolle Rides drin. Besonders Longboarder kommen hier voll auf ihre Kosten, denn die Welle läuft solange konstant bis die 400 Meter der Strecke zu Ende sind. Im günstigsten Fall steht ihr über 30 Sekunden auf dem Brett und könnt Tricks wie den Boardwalk, Crosssteps oder den Hang Ten in aller Ruhe üben. Die zweite Welle hat es aber in sich. Auf ihr surft ihr etwa 1 Meter direkt hinter dem Boot. Sie läuft schnell und ist sogar für größere Shortboards als auch Skimboards geeignet. Hier kommen die Shortboarder auf ihre Kosten. Der Take-Off ist allerdings nicht einfach. Die Welle anzupaddeln erst recht nicht. Selbst in der hinteren werdet ihr beim anpaddeln Schwierigkeiten haben. Aber sobald ihr mit der Technik warm geworden seid, werdet ihr umgehend belohnt! Surfen auf einem Fluss, es ist möglich und man muss dazu nicht nach München fahren ;-).

Wie komme ich denn auf die Welle?
Da hat sich Frank etwas Besonderes ausgedacht. Da das Anpaddeln vergleichsweise schwer ist und der Take-Off oft noch nicht perfekt sitzt, gibt es wie beim klassischen Wakesurfen eine Handlebar in die Hand, deren Seil zum Boot führt. Ihr werdet also mitgezogen und könnt ganz entspannt von außen in die Welle fahren. Toll mitgedacht, denn so werden die Arme nicht so schnell müde. Das kommt vor allem untrainierten Menschen zu Gute. Auf der vorderen Welle verhält es sich ähnlich. Auch hier werdet ihr mit einem Seil in die Welle gezogen. Das Seil ist jedoch bedeutend kürzer und es empfiehlt sich ein Wasserstart. Wer den noch nicht kann, sollte es mit einem normalen Take-Off oder einem Pop-Up aus den Knien probieren.

Kostenfaktor 2Wave
Das 2Wave-Boot ist für insgesamt 6 Personen ausgelegt. Da Frank oder ein geschulter Mitarbeiter das Boot steuert, bleibt noch Platz für 5 Surfer. Insgesamt kosten 3 Stunden auf dem Boot im Gruppenticket 280 Euro. Das bedeutet, das für jeden Surfer etwa eine halbe Stunde eingeplant sind, für die ihr effektiv 56 Euro zahlt. Das ist angesichts der Tatsache, dass ihr im Urlaub nicht einmal halb so lange auf dem Brett steht ein Schnäppchen. Außerdem bietet Frank noch Verleihmaterial an. Bei ihm könnt ihr Surfboards und Neoprenanzüge mieten. Und das alles für einen sehr schmalen Taler. Surferherz was willst du mehr?!

Wo finde ich Frank und sein Boot?
Der Surfspot befindet sich westlich von Berlin in Pritzerbe an der Havel. Ihr kommt im Hafen an und nehmt euer Equipment mit aufs Boot. Dann fahrt ihr auf dem Wasser noch etwa 10 bis 15 Minuten zum Wassersportareal. Noch ist das Wellenreiten mit dem 2Wave-Boot nur dort möglich. Frank ist aber ein Visionär. Er denkt schon an andere Standorte wie beispielsweise Hamburg.

Wie schnell lerne ich auf der 2Wave-Welle?
Die Fortschritte, die sich auf der 2Wave erzielen lassen sind enorm. Nach kurzer Zeit weiß man wie man Aufstehen muss und wie sich das Board unter den Füßen bewegt. Nach weiteren 10 Minuten kommt man gut zurecht und traut sich bereits in die vordere Welle. Nochmal 10 Minuten später und man kommt vorn zwar noch nicht perfekt klar, kann aber auf der hinteren Welle das Surfen schon richtig genießen. Zumindest ging es mir so.

Preis/Leistung 2Wave
56 Euro pro Person hört sich im ersten Augenblick viel an, ist es aber bei genauer Betrachtung nicht. Denkt an den Sprit für das Boot (so ein Diesel hat Durst), das gute Material und die Zeit. Da kommt schon was zusammen. Wenn ihr dann noch darüber nachdenkt, wie viel Zeit ihr auf der Welle verbringt, wird der letzte Surfurlaub auf einmal richtig teuer (im Gegensatz zum 2Wave). Außerdem lassen sich die Lernerfolge nicht von der Hand weisen.

Fazit zum Surfen mit dem 2Wave

Uns hat der Test mit dem 2Wave richtig Spaß gemacht. Wir hätten nicht gedacht, dass Surfen auf einem Fluss in der Art und Weise möglich ist und wurden positiv überrascht und eines besseren belehrt! Frank hat da ein tolles Projekt an den Start gebracht, was es auch den Menschen im Binnenland ermöglicht, den Einstieg in die Surfwelt zu finden. Toll! Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Schon allein um unsere Skills zu verbessern. Die 56 Euro pro Person stören da keineswegs. Übrigens: Frank plant schon richtige Surfcamps. Wellenreiten über mehrere Tage und Schlafen auf dem Boot. Wir sind gespannt und drücken dir alle Daumen Frank. Wenn ihr euch für das Wellenreiten interessiert, euch die Fahrt nach Dänemark oder den Atlantik aber schon immer zu teuer war, dann können wir euch 2Wave wärmstens empfehlen.

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