BMW Streetcarver Test


BMW Street Carver

Es hat lange gedauert bis uns die Nachricht erreicht hat, dass es ein BMW Longboard gibt. Warum nur wussten wir das nicht früher?! Der BMW Streetcarver wurde nur etwa 3 Jahre gebaut und das nur in limitierter Stückzahl.

Angeblich wurde er aus Fahrwerkskomponenten der 5er Baureihe entwickelt und gebaut (was es damit auf sich hat klären wir später noch). Trotzdem stand für uns fest, wir brauchen wohl ein neues Firmenfahrzeug.

Nach langer Suche im Internet hatten wir dann die Chance, ein gut erhaltenes Modell zu erstehen. Jetzt erfahrt ihr, wie sich der Streetcarver von BMW im Test schlägt.

Was ist so alles dran am Streetcarver?

Im Prinzip ist der Streetcarver ein Longboard wie alle anderen auch. Ein Brett und 4 Räder, das wars. Dachten wir zumindest. Doch wir wurden eines besseren belehrt.

Nicht nur die ovale Form des Boards sticht sofort ins Auge, sondern auch die merkwürdig aussehenden Achsen. Dazu aber gleich mehr. Das Deck ist ein elementarer Bestandteil der Konstruktion und wir wollen kurz darauf eingehen. Gleich vorweg: Das Board ist ziemlich hart.

Das liegt wohl an der Bauweise des Decks, welches in Glasfaserbauweise gebaut worden zu sein scheint. Ovale Form und ein sehr feines Griptape runden die Optik ab. An Nose und Tail findet man je 2 kleine Flares. Diese haben jedoch nicht mit dem Einschlagwinkel der Wheels zu tun, sondern geben lediglich den Füßen mehr Halt.

Die Boardgrafik ist eher schlicht gehalten. Dunkel- und Hellblau mit einem BMW Streetcarver Aufdruck. Das wirklich interessante Detail sind die Achsen. Diese heben sich in puncto Bauform nämlich deutlich von der konventionellen Bauweise ab. An nur 2 Punkten des Boards montiert, verlaufen von der Achse 2 Achsschenkel vom Board weg.

Das ist sowohl bei der Nose, als auch am Tail so. Sie ragen über die Boardkanten hinaus und haben die Fähigkeit sich alternierend zu bewegen. Das ist aber noch nicht alles. Gleichzeitig neigen sie sich bei einem Lenkimpuls des Fahres auch in die jeweilige Richtung (nicht stark, aber sichtbar).

Das macht eine ausgeklügelte Mechanik möglich. Es ist nicht gerade leicht zu beschreiben, was bei einem Lenkimpuls geschieht aber ich versuche es für euch trotzdem. Der Fahrer gibt also den Lenkbefehl wie gewohnt über die Füße. Dabei wird das Deck in eine bestimmte Richtung gedrückt. Durch die alternierende Bewegung der Achsschenkel und die Neigung derselben, kippen die Wheels nach innen und sollen euch Halt in engen Kurven verschaffen.

Damit wären wir auch schon bei der nächsten Besonderheit (den Wheels). Diese sind etwa 100 Millimeter groß und haben eine Auflagefläche von circa 10 Millimeter. Ja richtig gehört. Diese 10 Millimeter verändern sich auch nicht. Das Rad kippt beim Lenken in die jeweilige Richtung und bringt viel Druck auf kleine Fläche. Durch den Neigungswinkel der Räder (beim Auto würde mal wohl vom Sturz sprechen) habt ihr immer sagenhaften Halt in der Kurve. Mit einem 100 Millimeter Achsstift und besonders großen Industrielagern ausgestattet, ist die Konstruktion fast unverwüstlich.

Fahren mit dem Streetcarver
Fahren mit dem BMW Board ist schon etwas besonderes, denn man muss zunächst umdenken. Während sich eine konventionelle Skate- oder Longboardachse wieder zentriert (und das selbstständig), muss man der BMW-Achse schon den Befehl dazu geben. Das bedeutet, dass ein einmal gegebener Lenkimpuls beibehalten wird wenn er nicht wieder manuell rückgängig gemacht wird.

Es kann also passieren, dass ihr beim Lenken vom Brett geschleudert werdet. Nach etwa 15 Minuten hatte ich mich aber daran gewöhnt und versucht, die Grenzen der Lenkung auszuloten. Der Wendekreis von dem Board ist enorm klein. Ihr schafft es (bei verhältnismäßig geringer Geschwindigkeit) euch auf knapp 2 Metern Breite komplett um 180° zu drehen. Ohne zu sliden! Einfach in die Hocke, Board anfassen und rumziehen.

Das Gerät hat nämlich einen extrem kleinen Wendekreis. Leider trübt die Freude der Wendigkeit das sehr hohe Gewicht. Um von A nach B zu cruisen oder das Board lange zu tragen ist der Streetcarver einfach nicht gedacht (zumindest Gewichtstechnisch). Wie das Pumpen ohne Rebound funktioniert habe ich leider noch nicht herausfinden können, aber ich bleibe für euch am Ball.

Kosten
Zur Markteinführung lag das Board bei einem stolzen Preis von etwa 1200 Euro. Die Preise auf dem Gebrauchtmarkt bewegen sich bei etwa 300 bis 600 Euro. Gerade weil BMW die Produktion eingestellt hat, scheint das Board sehr begehrt zu sein. Wer eines haben möchte, sollte sich also beeilen. Wahrscheinlich gibt es bald keine Streetcarver mehr.

Preis/Leistung
Ob der stolze Preis gerechtfertigt ist, sei mal dahin gestellt. Wir möchten nur ungern ein Preis/Leistungsfazit zum Streetcarver von BMW abgeben, denn immerhin erlebt und bewertet jeder Mensch anders. Trotzdem lässt sich nicht abstreiten, dass knapp bis zu 600 Euro für ein gebrauchtes Exemplar viel Geld sind.

Wenn ihr die Chance habt, solltet ihr also unbedingt eine Probefahrt machen und genau abwägen ob das Board zu euch passt oder nicht.

Fazit

Ich bin der Meinung, dass der Streetcarver von BMW eine sehr coole Sache ist. Trotzdem muss ich gestehen, dass mir das Board keine 1200 Euro wert gewesen wäre. Selbst 600 Euro empfinde ich als immer noch zuviel. Dafür hat mir das Fahrgefühl einfach nicht genug gegeben.

Trotzdem dürft ihr darüber hinaus folgendes nicht vergessen: Die Qualität des Boards ist enorm, das Fahrgefühl einfach krass und die Mechanik einzigartig. Wenn ihr ein Board in die Finger bekommen solltet oder ihr die Chance habt eines zu fahren solltet ihr es tun.

Es wird nicht zu eurem Nachteil sein. Wer mit dem Gewicht und den Eigenheiten des Streetcarvers leben kann, dem sei das Brett jedenfalls vorbehaltlos empfohlen. Ich für meinen Teil werde jedenfalls das Pumpen nochmal kräftig üben. Wer weiß!? Möglicherweise ändert sich meine Meinung ja doch noch einmal.

Was meint ihr? Würdet ihr euch den Streetcarver ohne zu zögern kaufen oder seid ihr skeptisch? Was fasziniert euch an dem Board? Verratet es uns in den Kommentaren und greift dafür 4 Strongg-Punkte ab.

Videos

Comments 3

  1. Das ist ein echt besonderes Board. Habe mir eins als viertboard zugelegt und man muss sagen, dass es auch nicht mehr ist. Lange Strecken mach ich lieber auf meinem Flachen deck mit 90mm Rollen. Wenn ich mobil sein muss und das Board ab und zu tragen muss nehme ich lieber mein kleines, wendiges, leichtes Board. Downhill fällt auch raus. Also kann man sagen es ist ein sehr unpraktisches Board aber wenn man einfach ein Board haben will mit dem man auf kleiner Fläche Spaß haben kann, dann ist es Perfekt. Neu hätte ich es mir auch nicht gekauft aber ich habe es für sehr günstige 230€ bekommen und da musste ich einfach zuschlagen. Außerdem lernt man mit dem Board schnell Leute kennen denen der streetcarver aufgefallen ist. Wenn ich das nächste mal bei einem Pool bin nehme ich es mit und Probier mal aus was damit so geht 😉

  2. Sieht ja schon sehr wendig aus, aber ich würde es mir auch gebraucht nicht kaufen, sondern nur mal ausleihen. Mir sind die Einsatzmöglichkeiten von dem Board einfach zu wenig, für das Geld. Downhill und Freerieden fällt komplett weg bei der Wendigkeit, fürs richtig geile Dancen ist es zu kurz, Sliden könnte eventuell gehen, aber ohne Concave ist die Chance vom Deck zu rutschen recht groß. Lange Strecken fahren, würde ich damit auch nicht ungebdingt wegen dem Gewicht und es wirkt auch recht hoch.
    Pumpen hab ich keine Erfahrung mit, aber das wolltet ihr ja nochmal testen.

    Was macht man eigentlich wenn bei dem Board trotz bayrischer Qualität, mal was kaputt geht?
    Ersatzteile gibt es wahrscheinlich nicht. In die BMW Vertragswerkstatt bringen? XD

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

log in

Noch kein Benutzerkonto?
sign up

reset password

Zurück zu
log in

sign up

Zurück zu
log in