Beer Can Board Test


Recycletes Longboard

Auf der ISPO 2015 haben wir ein paar interessante Dinge gesehen. Verrücktes, skurriles und manchmal auch fragwürdiges. Aber bei vielen Gadgets und Geräten war auch immer der Gedanke der Nachhaltigkeit zu spüren.

Bei vielen Trendsportlern und Herstellern hat ein Umdenken begonnen, da der Kunde mehr und mehr auf ökologische Gesichtspunkte beim Kauf achtet. Gerade im Longboardbereich ist dies spürbar. Nachwachsende Rohstoffe und “grünere” Produktionsverfahren halten immer mehr Einzug in den Longboardsport. Auch der Gedanke des Upcycling spielt eine immer größer werdende Rolle.

Auf der ISPO haben wir das Beer Can Board entdeckt. Das ist ein komplett aus Bierdosen hergestelltes Board. Was sich dahinter verbirgt und wie es sich in der Praxis schlägt, erfahrt ihr natürlich bei uns.

Die Features der ‘Bierdose’

Als unser Testmodell musste das “Oat Soda DTP 42″ herhalten. Eine 42” lange Freeride- und Cruisingmaschine aus dem Beer Can Hauptquartier. Das Deck wird komplett aus dem Aluminium alter Bierdosen gefertigt. Selbst die Nose- und Tailguards sind aus recylten Plastiklaschen von Milchkartons.

Soviel erst einmal zum Material des Boards. Die technischen Features lesen sich aber genauso leicht und gut. Das Brett ist insgesamt 42″ lang und auf Dropthrough-Montage ausgelegt (Es kann aber auch Topmount gefahren werden). Das Board selbst ist aber noch einmal gedropt. Mit einem tollen Concave und minimalem Flex fühlt sich das Board unter den Füßen sehr lebendig an.

Die Breite von etwa 10,5″ Macht das Board nicht nur besonders komfortabel sondern auch sehr stabil im Fahrverhalten. Die Ecken, die zu den Wheels zeigen sind noch einmal extra nach oben gebogen um mehr Druck auf die Achsen bringen zu können. Das ist aber noch nicht alles.

Ein weiteres toll durchdachtes Feature sind die Grifflöcher in der Mitte des Boards. Da das Brett nicht unbedingt zu den Leichtgewichten im Rollbrettsektor liegt, haben die Entwickler Grifflöcher spendiert, mit denen sich das Brett ohne großen Aufwand tragen lässt. Eine minimale Camber rundet das Featurepaket ab.

Unser erster Testlauf mit dem Beer Can Board
Das Fahrgefühl auf dem Board ist schon eine Sache für sich. Das Brett läuft unglaublich stabil und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Im Vergleich zu unserem Loaded Banghra ist die Wheelbase übrigens gleich. Wir sind bei uns im Testcenter gefahren und mussten schnell feststellen, dass das Board nicht unbedingt für Slalom oder enge Kurven geeignet ist.

Dieses Brett fühlt sich auf langen Strecken wohl. Dank des tiefen Schwerpunktes und der enormen Fläche auf dem Board bekommt ihr ein sehr entspanntes Fahrgefühl. Der Flex des Boards schluckt in Kombination mit den Shockpads und den Wheels fast jede Vibration und Unebenheit des Bodens und sorgt für einen smoothen Ride.

Auch im Freeridebereich kann das Board punkten. Das ausgesprochen angenehm dimensionierte Concave lässt sich ausgezeichnet nutzen um das Board zum ausbrechen zu bringen. Auch hier hilft euch der tiefe Schwerpunkt. Einzig die Wheelbase ist für den Anfang wohl ein wenig zu groß. Aber hier gibt es tolle Neuigkeiten.

Wir haben mit dem Hersteller gesprochen und erfahren, dass es eine Option auf verstellbare Wheelbases gibt. Durch eine (optional erhältliche) verschiebbare Platte auf der Unterseite des Boards lässt sich fast jede Wheelbase realisieren. Super mitgedacht!

Was kostet mich ein Beer Can Board?
Auf der europäischen Seite sind die Komplettboards mit circa 260 Euro angegeben. Das ist der Preis für ein Komplettboard. Dafür bekommt ihr neben dem Beer Can Deck auch Beer Can Wheels und Achsen namhafter Hersteller beispielsweise Paris oder Bear Trucks.

Wo bekomme ich ein Beer Can Board?
Hier hat sich die Firma aus den Staaten massiv ins Zeug gelegt. Ihr bekommt die Boards mittlerweile nicht nur über den europäischen Shop, sondern auch auch über viele Versandhändler. Selbst hier in Deutschland ist das Board schon lange kein Exot mehr.

Preis/Leistung
Für geschlagene 260 ein komplettes Longboard zu bekommen ist schon eine echt coole Sache. Es gibt viele Hersteller, deren Completes teurer sind. Für das investierte Geld bekommt man bei Beer Can aber eben nicht nur ein Board, sondern auch den Gedanken der Nachhaltigkeit. Jedes Board ist auch immer ein Stück Handarbeit und der große Clou kommt jetzt erst.

Wenn euer Beer Can Board mal das Zeitliche segnet und ihr den Eindruck habt es müsse ersetzt werden, könnt ihr mit der Zentrale Kontakt aufnehmen. Diese nimmt euer Board zurück und gibt euch gegen eine geringe Gebühr ein neues Deck, während euer altes wieder recycled wird.

Fazit zum Oat DTP 42″ von Beer Can

Wir sind ganz hin und weg von unserer Bierdose. Ein Produkt aus alten Materialien herzustellen und für vergleichsweise wenig Geld zu verkaufen gefällt uns ebenso gut, wie die Rücknahme und das Recycling alter Bretter. Damit ist Beer Can Boards einer der ersten Hersteller, die einen kompletten Recycling-Kreislauf für Longboards eingeführt haben. Wir werden jedenfalls noch öfter mit unserer Bierdose unterwegs sein.

Was ist eure Meinung? Habt ihr auch schonmal etwas von Beer Can Boards gehört? Was ist eure Meinung zum Thema “Up- und Recycling alter Boards”? Lasst es uns in den Kommentaren wissen und verdient euch damit 4 Strongg-Punkte. Unter diesem Beitrag habt ihr Platz für eure Kommentare.

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Comments 1

  1. Ich habe gestern Beer Can Board testen können. Ich war sehr angetan von dem Board. Mir gefällt das große Deck auf dem auch meine Schuhe (Turnschuhgröße 47 1/3) genug Platz haben. Man steht durch die leichten Erhöhungen zu den 4 Ecken bei den Rädern sehr sicher. Die Tragegriffe sind wirklich mega praktisch, da das Board durch sein Metalldeck relative schwer WIRKT. Ich habe das Gewicht nicht genau nachgemessen. Es ist angenehm zu pushen da es nicht sehr hoch ist. Was aber ein wenig die Wendigkeit einschränkt, zumindest dann wenn man sehr enge Kurven fahren möchte.
    Die Traglöchen sind einfach Kompfort pur!
    Tolles und robustes Board! Ich hatte wirklich viel Spaß darauf.
    Also Helm auf und durch Deine City cruisen!
    Aloha Flow

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