Schwimmen und Tauchen mit CI


Eigentlich eine ganz banale, selbstverständliche Situation, denke ich. Und doch ist das, was hier vor sich geht, keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Denn Jonas ist CI-Träger. Seit seinem ersten Lebensjahr trägt er zwei Cochlea-Implantate. Und er trägt sie auch jetzt, in diesem Moment.

Sandra Enzmann: „Als Jonas klein war, war im und am Wasser immer besondere Vorsicht geboten.“ „Als Jonas klein war und noch nicht schwimmen konnte, war immer besondere Vorsicht geboten“, erinnert sich Sandra Enzmann. „Ob beim Baden oder in Wassernähe – jedes Mal mussten wir uns bewusst machen, dass er nun nicht mehr hören kann.

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Wenn die Eltern am Beckenrand stehen und nicht rufen können

Bei Gefahr wäre es nicht möglich gewesen, ihn zurückzurufen. Wir mussten ihn daher ganz besonders im Blick haben.“ Umso wichtiger – erzählt mir Frau Enzmann – sei es für sie und ihren Mann gewesen, dass Jonas frühzeitig schwimmen lernt. Im Notfall sollte sich der Junge zumindest eine Zeit lang allein über Wasser halten können. Doch auch der Schwimmunterricht, den Jonas besuchte, war eine besondere Herausforderung.

„Der Schwimmkurs fand eigentlich ohne die Eltern statt“, so meine Gesprächspartnerin. „Doch Jonas hatte überhaupt keine Chance, die Anweisungen der Schwimmlehrerin zu verstehen. Also gab es nach einigem Hin und Her eine Ausnahmeregelung. Während der Stunden durfte ich Jonas am Beckenrand begleiten und die Ansagen der Lehrerin übersetzen.

Und wenn die Schwimmgruppe außerhalb des Wassers war, habe ich ihm die CI aufgesetzt, damit er solange die Anweisungen hören konnte.“ Erklärungsbedarf und Ringen um Verständnis, Anstrengungen, um die zusätzlichen Hürden zu meistern… Tatsächlich lernte Jonas frühzeitig schwimmen, und Familie Enzmann hatte fortan die nötige Sicherheit. – „Aber Spaß“, so Sandra Enzmann, „hatte Jonas beim Schwimmen lange Zeit kaum.

Ging es z.B. zum Schulausflug in ein Schwimmbad, dann fühlte er sich ausgegrenzt. Die anderen hatten ihren Spaß. Er aber blieb für sich, weil er mit seinen Freunden nicht mehr kommunizieren konnte.“ Vor drei Jahren war es einer von Jonas größten Wünschen: „Hören, wie es sich unter Wasser anhört“.

Vor etwa drei Jahren war ich Jonas erstmals begegnet. Bei einem Interview hatte mir der damals 11-jährige von seinen Erfahrungen mit dem CI berichtet. Und ich hatte ihm die Frage von der guten Fee gestellt: „Stell Dir vor, die käme jetzt vorbei und würde zu Dir sagen: ‚Jonas, Du hast drei Wünsche frei.‘ – Was würdest Du Dir wünschen?“

.. der Wunsch unter Wasser hören zu können
„Dann würde ich mir zuerst wünschen“, so Jonas damals, „dass ich links auch so ein neueres CI bekomme, wie ich es rechts habe. Zweitens würde ich mir wünschen, dass ich fliegen kann. Und drittens, dass ich mal unter Wasser hören kann, wie sich das anhört. Es gibt ja sogar Musik, die man unter Wasser hören kann; solche Entspannungsmusik. Wie das klingt, habe ich mich schon oft gefragt.“

Mit dem Fliegenkönnen ist das natürlich so eine Sache… Aber den neuen Soundprozessor hatte die Kasse im letzten Jahr genehmigt. Und für das Hören unter Wasser hat Cochlear nach der Nucleus Wasserschutzhülle nun das Aqua+ eingeführt, das auch Jonas jetzt an beiden Seiten trägt. Es ist die weltweit erste wasserdichte Lösung für Cochlea-Implantate, die hinter dem Ohr getragen wird.

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