Brakeboard


Bremse für Longboards
Brakeboard

Beim Brakeboard handelt es sich nicht wie man vielleicht denken mag um ein Skateboard. Brakeboard ist der Name von Longboard Achsen. Die Achsen verfügen über eine Bremse, mit dieser kann man das Longboard ganz einfach anhalten. Um genau zu sein, verfügt eigentlich nur eine Achse über eine Bremse. Erfunden wurden die Brakeboard Achsen in Australien. Einige von euch werden jetzt sicherlich sagen, wer mit einem Longboard nicht bremsen kann, der sollte kein’s fahren. Dem stimme ich auch zu, allerdings würde ich die Brakeboard Achsen auch eher als zusätzliche Option sehen.

Wer noch nicht sliden kann und trotzdem seine Schuhe nicht ruinieren will, für den sind diese Achsen möglicherweise genau das Richtige. Zurück zu den Achsen, der Hersteller bietet verschiedene Sets an, ich habe mich für die Variante mit modifizierten Rollen und Kugellagern entschieden. Auf diese Weise entfiel das Anpassen der Rollen. Für insgesamt 300 Dollar bekommt man ein Set bestehend aus 2 Achsen (eine “normale” und eine mit Bremsfunktion), 4 Rollen und 8 Kugellagern. Geliefert wird das Set in einem kleinen Koffer. Bei einer Bestellung nach Deutschland kommen noch ca. 50 Euro an Gebühren/Steuern dazu.

Nachdem ich das Paket erhalten habe, musste ich zunächst einmal die alten Achsen vom Longboard entfernen. Danach konnte ich die Brakeboard Achsen anbauen, eine ziemliche Fummelei. Aber irgendwann hatte ich die Achsen am Board. Danach musste ich 2 Rollen an der Achse mit der Bremse gesondert befestigen. Dies geschieht mittels einer Klammer. Die Klammer wird in die Rolle gedrückt und mit der Achse verschraubt. Erst danach steckt man das Kugellager von außen in die Rolle und befestigt diese mit einer Mutter. Die Brakeboard Achsen lassen sich übrigens mit vielen verschiedenen Longboard Decks verwenden. In einigen Fällen muss man aber Anpassungen vornehmen (z.B. bohren), in meinem Fall war dies glücklicherweise nicht notwendig. Nachdem man die Achsen vollständig montiert hat, kann man die Bremse noch justieren und danach kann es auch schon los gehen.

Bremse für Longboards

Wer keine Lust hat mit den Füßen zu bremsen, nicht sliden kann oder einfach so nach einer Alternative sucht, der sollte sich die Achsen von Brakeboard unbedingt einmal anschauen. Gut, der Preis hat es in sich, aber der Hersteller verspricht nicht zuviel. Nach der Montage der Achsen hat man auf der Oberseite des Boards ein Bremspedal. Dieses kann man wahlweise an Nose oder Tail nutzen (je nachdem wie man das Board dreht). Drückt man nun mit dem Fuß während der Fahrt auf das Pedal merkt man gleich, dass das Board schnell an Geschwindigkeit verliert. Dabei sollte man jedoch anfangs sehr vorsichtig sein, drückt man zu stark, stoppt das Board sofort.

Longboard Bremsen im Test

Zunächst habe ich das Bremspedal in Fahrtrichtung ausgerichtet und daher dann mit dem vorderen Fuß gebremst. Drückt man allerdings zu stark auf das Pedal verliert man schnell das Gleichgewicht und fällt vom Board. Nach ein bisschen üben und ausprobieren klappte das Bremsen dann immer besser. Die richtige Dosierung wirkt Wunder! Später hat mich Malte auf die Idee gebracht, das Board einfach zu drehen. Ist die Bremse am Tail, kann man auch bei höheren Geschwindigkeiten noch gut bremsen. Nach in etwa einer Woche hat die Bremswirkung nachgelassen. Dies ist in sofern positiv, als dass man jetzt auch mal ein bisschen stärker auf das Bremspedal treten kann, ohne dabei vom Board zu fliegen. Wer eine Bremse vorzieht die sensibel reagiert, der kann die Achse mit der Bremse auch neu justieren.

Dinge die mir nicht so gut gefallen haben gibt es auch. Es ist nicht viel Platz zwischen der Achse mit der Bremse und dem Boden. Ist der Untergrund nicht sehr eben, kann es passieren, dass man mit der Achse aufsetzt. Dies ist mir schon einige Male passiert, bisher bin ich glücklicherweise allerdings noch nicht vom Board gefallen. Die Achse sieht allerdings schon ziemlich mitgenommen aus. Entscheidet man sich dazu, eigene Rollen mit der Achse verwenden zu wollen, muss man mit einer Feile 3 Aussparungen in die Rollen feilen.

Fazit
Die Idee ist richtig cool und die Brems-Achse funktioniert zuverlässig und gut. Ein großer Nachteil ist die geringe Bodenfreiheit. Auf unebenen Strecken kann die Brems-Achse daher zum ernsthaften Problem werden. Trotzdem gefallen mir die Achsen ausgesprochen gut! Gerade wenn man mal sehr schnell wird kann man die Geschwindigkeit unkompliziert und vor allem sehr schnell reduzieren.

Comments 6

  1. Hallo Tim,

    die Bremsen greifen zumindest anfangs echt hart und sind dafür ohne eine Justierung absolut nicht für’s Downhill fahren zu empfehlen. Inzwischen (nach einigen Monaten) muss man schon ganz schön viel Druck ausüben, damit das Board langsamer wird. Wie es mit einem möglichen heiß laufen ist kann ich Dir leider nicht sagen. Meiner Erfahrung nach kann man bei höheren Geschwindigkeiten ganz gut mit der Bremse “langsam” die Geschwindigkeit verringern. ABER man muss halt schon ein Gefühl für die Bremse bekommen, drückt man zu hart, fliegt man einfach vom Board.

    Alex

  2. Würdest du schätzen diese Bremsen sind zum Downhill-fahren geeignet um vor den Kurven das Tempo zu reduzieren? Werden die Bremsen beim Fahren bergab irgendwann so heiß, dass sie nicht mehr funktionieren.
    Würde mich sehr dafür interessieren, wie sich die Bremsen verhalten, wenn man sie wirklich stark belastet.

    Beste Grüße
    Tim

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