Roller Derby


Roller Derby sieht auf den ersten Blick etwas chaotisch aus. Wieso fahren Menschen mit Rollschuhen im Kreis und versuchen sich gegenseitig am weiterfahren zu hindern?

Warum tragen zwei davon Sternenkappen auf ihren Helmen und weshalb haben die alle so komische Namen? Das sind vermutlich die ersten Fragen die einem durch den Kopf gehen, wenn man das erste Mal Roller Derby sieht.

Fangen wir also von vorne an!
Roller Derby ist ein Vollkontaktsport auf Rollschuhen, den es bereits seit den 1930er gibt und nach einer kleinen Pause von den 70er bis Ende 90er, 2001 in Austin/Texas wieder ins Leben gerufen wurde.

Seitdem befindet sich diese Sportart immer weiter auf dem Vormarsch und es werden auf der gesamten Welt immer mehr Teams gegründet. Was man dabei vielleicht nicht erwartet: Roller Derby wird fast ausschließlich nur von Frauen gespielt.

2011 wurde der erste World Cup in Toronto ausgetragen, wobei die USA als Sieger nach Hause ging. 2015 wird es in Deutschland auch zum ersten Mal eine Roller Derby Bundesliga geben mit insgesamt vier Liegen. Pro Liga werden immer fünf Mannschaften gegeneinander antreten.

Die folgenden Teams sind in der ersten Liga vertreten

  • Bear City Roller Derby (Berlin)
  • Devil Dolls (Essen)
  • Graveyard Queens (Köln)
  • Harbor Girls (Hamburg)
  • Stuttgart Valley Rollergirls (Stuttgart)

Bereits an den Teamnamen erkennt ihr schon das dies kein gewöhnlicher Sport ist. Denn beim Roller Derby tritt man nicht unter seinem Geburtsnamen an, sondern denkt sich einen eigenen Alias aus. Da kommen dann auch mal Namen wie Purple Pain, Lizzy Slaughter, Chilli Machete, oder Jane van Pain vor.

Die groben Regeln lauten wie folgt
Pro Mannschaft treten 14 Mitglieder an, wobei 5 davon aktiv auf der Bahn sind. Eine Spielerin pro Mannschaft ist die Punktemacherin und trägt einen Stern auf dem Helm.

Sie muss innerhalb von zwei Minuten so viele Gegner überholen wie möglich. Für jede Gegnerin gibt es einen Punkt. Die Teams versuchen natürlich ihrer Punktemacherin zu helfen und die Andere zu behindern.

Trendsport Roller DerbyAlles ist aber nicht erlaubt und nur Körperkontakt mit Hüften, Schultern und Vorderkörpern (sprich wenn die Mädels rückwärts fahren) gilt als legal. Alles andere ist ein Foul und kostet Strafminuten auf der Bank, ähnlich dem Eishockey.

Nach Ablauf der 2 Minuten dürfen die Teams ihre Spielerinnen auswechseln. Ein komplettes Spiel wird in 2x 30 Minuten gespielt.

Schutzkleidung ist bei diesem Sport Pflicht und wird vor jedem Spiel von den Schiedsrichtern genauestens kontrolliert. Wessen Ausrüstung nicht in Ordnung ist, darf nicht auf die Bahn.

Diese Ausrüstung muss vorhanden sein

Helm
Knieschoner
Ellenbogenschoner
Handgelenkschoner
Mundschutz (!!!)

Manche Spieler tragen auch Crash Pants um sich beim Fallen auf die Hüfte nicht zu sehr zu verletzten. Bevor man aber überhaupt an einem Spiel teilnehmen darf, muss man einen Minimum Skills Test ablegen um sich selbst und andere nicht zu gefährden.

Dieser beinhaltet z.B. 15 Zentimeter hoch springen während der Fahrt, 180 Grad Drehung während voller Fahrt ohne Tempo zu verlieren, aus schneller Fahrt innerhalb von 4 Sekunden komplett zum Stillstand kommen ohne die Balance zu verlieren, verschiedene Techniken zum Blocken etc.

Die meisten Bouts (so werden die Spiele im Roller Derby genannt) finden in Sporthallen statt und sind ein Ereignis für sich. Der Eintritt liegt meist bei um die fünf Euro und ist nur dazu da um die Unkosten wieder rein zu holen.

Denn Roller Derby hat keine großen Sponsoren, wie der Fußball und die SpielerInnen bekommen kein Geld um zu spielen und müssen fast ihre gesamte Ausrüstung aus eigener Tasche zahlen.

Dafür gibt es bei den Roller Derby Spielen gute Musik (teilweise sogar von Live Bands), eine tolle Atmosphäre und einen Zusammenhalt den ich bisher bei noch keiner anderen Sportart so gesehen habe.

Trendsport Roller DerbyDie gegnerischen Teams bekämpfen sich während des Spiels fast bis aufs Blut, ohne dabei unfair zu sein, und direkt nach dem Abpfiff fallen sich alle um den Hals und feiern einfach diesen Sport.

Nach der Siegerehrung machen sich alle kurz frisch und gehen dann gemeinsam zur After Bout Party. Und danach gemeinsam nach Hause. Denn viele Teams schlafen nicht in einem Hotel, wenn sie zu Auswärtsspielen fahren, sondern bei Teammitgliedern des gegnerischen Teams.

Wenn ihr jetzt auch Bock auf Roller Derby habt, dann googelt doch einfach mal ob es ein Team bei euch in der Nähe gibt und schaut euch den nächsten Bout einfach an. Lasst euch mitreißen und vielleicht steht ihr dann bald selbst als Fresh Meat auf Rollschuhen.

Comments 1

  1. Hi,
    das ist echt ein krasser Sport. Ich habe bisher leider noch kein Bout live gesehen, aber die Videos die ich kenne zeigen schon deutlich den Spaß der hier herrscht.

    Das Thema Sponsoren im Rollerderby muss meiner Meinung nach übrigens kein Problem sein.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass eine Rollerderbymannschaft für Sponsoren interessant sein kann. Dazu muss eine Mannschaft sich einfach abseits der klassischen Sponsoringmaßnahmen Gedanken machen.

    Aber Spaß haben die Spielerinnen und die Zuschauer ja auch ohne viel Geld. Ist also vielleicht keine Notwendigkeit.

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