Polaroid Cube – Testbericht


Wer denkt, dass die Firma Polaroid immer noch diejenige mit der Sofortbildkamera ist und nur Pause gemacht hat, hat sich leider getäuscht. Polaroid ist nunmehr ein Konvolut aus Firmen geworden. Lange Zeit war nicht klar, was mit dem Namen geschehen und wie es weitergehen sollte.

Ob Polaroid in der Foto- und Videobranche bleibt oder nicht. Jetzt melden sie sich zurück. Und das stärker denn je. Auf der diesjährigen Photokina hat Polaroid gleich 2 neue Kameramodelle vorgestellt.

Die Socialmatic und die Cube. Die Cube ist eine Actioncam und wir konnten für euch ein Testgerät ergattern. Was die neue Cam von Polaroid kann und was nicht, erfahrt ihr hier in unserem Testbericht.

Klein und Oho?

Nachdem das Paket von Denkbar PR-Marketing bei uns ankam staunten wir nicht schlecht. Neben der Kamera haben sie uns noch ein Unterwassergehäuse in den Karton gepackt. Aber dazu später mehr. Die Kamera kam zum Vorschein und ich war wirklich überrascht. Die Verkaufsverpackung ist ein Würfel aus festem durchsichtigem Plastik mit gerade einmal 8 Zentimeter Kantenlänge. Die Kamera wird in der Mitte von 2 weißen Plastikdeckeln gehalten.

Recht untypisch für eine Action Cam aber auf jeden Fall sehr ansehnlich. Öffnet man die Schachtel, kommt als erstes die Bedienungsanleitung und die Garantiekarte zum Vorschein. Danach kann man die Kamera herausnehmen. Spätestens hier wird jedem die erste Besonderheit auffallen. Der Boden der Kamera ist nämlich magnetisch. Unter dem zweiten kleinen Podest verbirgt sich ein Micro-USB Kabel. Das war’s, mehr gibt uns Polaroid nicht in die Hand.

Der erste Testlauf
Nach einer kurzen Studie der Kurzanleitung wusste ich was zu tun ist. Zuerst die Kamera laden. Dazu muss man die Rückseite der Kamera mit einer Münze oder etwas Ähnlichem öffnen, denn die Abdeckung hält mithilfe eines Drehverschlusses. Hat man den Verschluss entfernt kommen 3 Dinge zum Vorschein. Der Slot für Micro-SD Karten, der Micro-USB Port und ein Schalter, mit dem man die Videoauflösung einstellen kann.

Das ist so einfach gehalten, dass sogar ein kleines Kind die Bedienung versteht. Links ist der Modus für 720p und rechts der Modus für 1080p Aufnahmen. Man kann die Kamera übrigens sowohl am PC als auch an einem Netzteil (von Smartphones oder ähnlichem) laden. Ist die Kamera voll geladen (dauert ca. 1 Stunde) leuchtet die Indikator-LED grün und ihr könnt den Knirps in Betrieb nehmen.

Also Micro-SD Karte reinschieben, Kameraeinstellung wählen, Verschluss zu und einschalten. Das macht ihr mit dem großen (und auch einzigem) Knopf oben auf der Kamera. Nach 3 kurzen Pieptönen ist die Kamera Aufnahmebereit. Betätigt man den Auslöseknopf 1 Mal, schießt die Cam ein Photo mit maximal 6 Megapixel. Betätigt ihr den Knopf 2 Mal kurz hintereinander wird die Videoaufzeichnung aktiviert.

Die Kamera nimmt solange auf, bis die Speicherkarte voll ist. Ihr könnt übrigens nur Speicherkarten bis zu 32 Gigabyte verwenden. Größere Formate werden nicht unterstützt. Egal welche Einstellung ihr gewählt habt, es wird immer mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Wollt ihr die Aufnahme stoppen reicht ein kurzer Druck auf den Knopf. Haltet ihr danach den Knopf gedrückt, schaltet sich die Kamera ab.

Das Filmen mit dem optionalen Gehäuse klappt übrigens wunderbar. Leider muss man große Abstriche beim Sound machen. Die Kamera lässt sich leicht ihstallieren und hält gut im Gehäuse. Uns ist jedoch aufgefallen dass es beim schnellen Bewegen der Cam zu leisen Klappergeräuschen kommt. Ob das nun auf die Feder des Metallknopfes auf der Oberseite oder die Backdoor zurückzuführen ist, können wir aber leider nicht sagen.

Was kostet so ein Kamerawürfel?
Ihr bekommt die Cube aktuell für knapp 100 Euro. Zubehör ist optional erhältlich. Unter Zubehör fällt beispielsweise auch das Unterwassergehäuse und Halterungen. Leider lässt sich ein normales Stativgewinde nur dann nutzen, wenn man sich den speziellen Quickrelease-Adapter gleich mitbestellt. Dieser ist nämlich nicht im Lieferumfang enthalten. Mit diesem und dem Gehäuse müsst ihr nochmal 45 Euro extra einplanen.

Pro und Contra der Polaroid Cube
Selbstverständlich wird niemand von einer Kamera unter 100 Euro die Qualität einer Profi-DSLR erwarten. Auch an die aktuelle GoPro-Variante reichen die Aufnahmen qualitativ einfach nicht heran. Mit anderen Kameras im gleichen Preissegment kann sie sich aber messen und gewinnt unserer Meinung nach Haushoch. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen ist die Cam von Haus aus schon spritzwassergeschützt, was einen bedingten Einsatz als Actioncam ohne jegliches Zubehör zulässt. Der Sensor liefert gute farbenfrohe Bilder und kann auch in schwierigen und wechselnden Lichtverhältnissen punkten. Desweiteren ist die Bedienung kinderleicht. Kein umständliches geklicke durch Menüs und Optionen. Kein minutenlanges Einrichten oder Einstellen. Anschalten, Aufnehmen, Ausschalten.

So einfach kann filmen sein. Außerdem ist die Magnethalterung unserer Meinung nach ein Zugewinn für die Kamera. Klar gibt es viele die den Magneten bemängeln, aber die Möglichkeit sich aus allen erdenklichen Dingen mithilfe eines zweiten Magneten eine Kamerahalterung zu bauen ist echt toll. Man findet fast überall etwas, an das man die Kamera anheften kann. Zu guter letzt ist die Größe der Kamera sehr positiv hervorzuheben.

Die Kantenlänge von gerade einmal 4 Zentimeter macht die Cube sehr kompakt und transportabel. Gepaart mit dem Fakt, dass man nicht zwingend Halterungen braucht ist dieser kleine Kamerawürfel für spontane Action Aufnahmen prädestiniert.

Leider gibt es auch ein paar Dinge die uns nicht so gut gefallen haben. Unter anderem wäre das das gänzliche Fehlen eines wasserfesten Gehäuses. Hat man dieses, liegt man erstens schon beim Preis einer GoPro Hero und muss zweitens noch eine Halterung kaufen. Nämlich die Universal Helmhalterung, da das wasserfeste Gehäuse allein nirgends hält oder aufgesteckt werden kann.

Die 30 Bilder pro Sekunde sind bei Full-HD Aufnahmen leider zu sehen, denn die Bilder wirken im Nachgang ein wenig abgehackt. Eine Einstellung auf 60 Bilder pro Sekunde wäre bei 720p Aufnahemn durchaus wünschenswert gewesen. Leider kommt man auch nicht so leicht an die Ladebuchse und den SD-Kartenschacht. Hier wäre ein mit den Fingern bedienbares System besser gewesen, als der Zwang immer eine Münze oder Ähnliches dabei haben zu müssen. Aber vor allem schreckt der Preis für das Zubehör ab.

Es ist okay, da man nicht unbedingt welches kaufen muss. Aber wenn doch, dann wird es nicht billig. Unterwassergehäuse mit Stativhalter für 45 Euro? Silikonbumper mit Kette für 18 Euro? Plastikclip für Fahrradlenker ebenfalls 18 Euro? Hier sollte Polaroid eventuell überlegen, Kamerapakete anzubieten. Beispielsweise eine Bikevariante oder eine Wassersportvariante.

Preis/Leistung
Der Kamerazwerg macht sehr annehmbare Aufnahmen und kann sich preislich wirklich sehen lassen. Bei genauer Betrachtung erkennt man hier und da vorstehende Kanten, allerdings sonst nichts, was der Qualität abträglich wäre. Für 100 Euro bekommt man war nicht viel Kamera, aber sehr viel Individualität. Unserer Meinung nach ist die Cam ihr Geld wert. Wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Mehr dazu lest ihr in unserem Fazit.

Fazit zur Polaroid Cube

Wir halten die Cube definitiv für einen echten Hit. Über Aussehen und Ausstattung lässt sich streiten und auch die in ‘Pro und Kontra’ genannten Ounkte spiegeln lediglich meine persönlichen Eindrücke wieder. Wichtig ist jedoch, dass sich die Cube ‘Individualität mit Design und Leistung’ auf die Kappe schreibt und das gelingt ihr meiner Meinung nach sehr gut. Sie hat gar nicht den Anspruch einer GoPro Kunkurrenz zu machen. Vielmehr spricht sie eine ganz eigene Zielgruppe an. Jung, flippig, individuell und Designaffin.

Was denkt ihr über die Polaroid Cube? Würdet ihr euch eine kaufen? Welches Zubehör haltet ihr für sinnvoll? Habt ihr gar schon eine Cube? Schreibt uns eure Meinung in den Comments und kassiert dafür 4 Strongg-Punkte.

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Comments 2

  1. Mich hat die Cam auch überzeugt und nachdem wir das Testgerät nicht mehr hatten, habe ich mir eine eigene zugelegt. Das Zubehör ist halt richtig teuer, aber die Cam ist schon ziemlich cool. Ich bereue den Kauf nicht (bisher).

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