Pato – Pferdebasketball in Argentinien


Fast jeder kennt den Reitsport Polo, für den besonders argentinische Spieler und das klassische Polo-Pferd, das Polo Argentino, bekannt sind. Polo brachten im 19. Jh. die Engländer nach Argentinien, aber einen ganz ähnlichen Sport gab es dort schon viele hundert Jahre vorher – Pato.

Pato = Ente

Pato ist spanisch und bedeutet Ente. Hier lag auch ursprünglich der Kern des Spiels. In Afghanistan kämpfen die Reiter bei Buzkashi um eine tote Ziege und in Argentinien um eine lebende Ente. Ganz so schlimm ist es nicht mehr, denn die Ente wurde durch eine Attrappe ersetzt.

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Erstmals urkundlich erwähnt wurde Pato um 1610 und damals war es tatsächlich so, dass um eine lebende Ente gekämpft wurde, die der Liebsten überreicht werden musste, um zu gewinnen. Erst 1822 wurde dieser oft blutige Wettkampf verboten. Mit der Zeit hat man ihn dann zivilisiert und feste Regeln eingeführt.

Heute spielt man eben mit der Entenattrappe auf zwei Körbe. Ganz ähnlich wie beim Basketball, aber immer noch zu Pferde. Seit 1953 ist Pato offizieller argentinischer Nationalsport.

Youtube-Video: Gauchos in Argentinien beim Pato:

Spielfeld und Spielregeln

  • zwei Teams mit jeweils vier Spielern
  • Feldgröße 180 bis 200 Meter x 80 bis 90 Meter
  • ein Ball 40 cm Durchmesser mit sechs Leder-Handgriffen dran, 1050 – 1250 g (El Pato)
  • zwei vertikal aufgestellte Ringe mit 100 cm Durchmesser und 2,4 Meter Höhe
  • 6×8 Minuten Spielzeit

Der Pato muss am gestreckten rechten Arm geführt werden, damit Gegner die Chance haben, ihn zu stehlen. Ziel ist es natürlich den Pato in den gegnerischen Ring zu werfen. Gewonnen hat das Team mit den meisten Punkten.

Sport der Gauchos

Während sich Polo zum Sport der reichen Eliten etablierte, blieb Pato vorwiegend immer ein Sport der Gauchos (Viehzüchter in der argentinischen Pampa) und der Landbevölkerung. So kommt es dann auch, dass Pato als Freizeitsport in der traditionellen Kleidung der Gauchos gespielt wird. Mit viel Sinn für Reiterromantik und Kultur.

Aber dieser Eindruck, wie ihn auch das Video vermittelt, trügt, denn die Gauchos sind schon seit dem 20. Jahrhundert eher eine Randgruppe geworden und die ärmeren Landwirte haben oft nicht das Geld für gute Pato-Pferde. Wie auch beim Polo brauchen diese Pferde eine gute Ausbildung, müssen schnell und wendig sein.
Außerdem ist Fußball in Argentinien mittlerweile viel populärer und kann eben ohne große Kosten von jedem gespielt werden.

Pato und das Tierwohl:

Obwohlt Pato in der heutigen Form ein interessanter Sport ist, wollen wir auch hier die Frage in den Raum werfen, inwieweit dieser Sport den Tieren zugemutet werden kann und verweisen hier auf einen Artikel der Tierrechtsorganisation PETA zu dem Thema Reitsport allgemein.

 

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