Mein Leben mit Mops


Ich hatte mich bereits dazu bekannt ein Mopsbesitzer zu sein. Vom Mops als Tier ansich kann ja einer halten was er will. Jedoch kann man vom Mops als Mitbewohner nicht zweierlei Meinung sein. Mein Leben mit Mops hat mich definitiv verändert. Ich reihe mich ein in eine lange Liste prominenter Mopsbesitzer und Mopsliebhaber. Eines steht also fest: Mops und Mensch das geht zusammen wie Wal und Wasser.

Leben mit Mops

Loriot hat einmal sehr treffend gesagt “Ein Leben ohne Mops ist möglich aber sinnlos.” Als ich das Zitat zum ersten Mal gehört habe, hatte ich selbst keine Ambitionen mir einen Mops anzuschaffen, und habe das als übertriebene Äußerung einfach mal zur Kenntnis genommen. Um ehrlich zu sein habe ich auch später nie wirklich einen Mops als Haushund erwogen. Hund ja – schließlich bin ich immer mit Hund aufgewachsen.

Wie nun das Leben einmal ist – voller Überraschungen nämlich – hat der Mops zu mir gefunden: Eine bemitleidenswerte Kreatur. Eingesperrt mit 3 anderen Möpsen in einem Zwinger im Freien, umgeben von Rottweilern.

Das Fell stellenweise gar nicht mehr vorhanden, krank, die Ohren entzündet und verkrustet. So stand Emma vor 3 Jahren vor mir. Der Züchter, eigentlich auf Rottweiler spezialisiert, hatte sich zwei Mopspaare angeschafft und das große Geld gewittert. Die noch jungen Möpse wurden krank und drohten einzugehen.

Jedes Leben ist kostbar

Was blieb mir also übrig als diesem sinnlos verschwendeten Hundeleben wenigstens die letzten Wochen/Monate erträglich zu machen? Geeenau – alternativlos! Also nicht lange gezögert, dem Züchter die Hunde abgekauft und in gute Heime vermittelt. Die bemitleidenswerte Kreatur ohne Haare habe ich bei mir aufgenommen.
Viel Pflege, Geduld und ein tolles Tierarzt Team haben es dann doch möglich gemacht: 3 Jahre lebe ich nun mit Mops und kann mir nicht vorstellen auf diese Art des Zusammenlebens mit Hund jemals wieder verzichten zu wollen.

Ein Mops tritt in den Alltag und alles wird irgendwie anders

Meine Hunde hatten immer strenge Regeln, deren Einhaltung nicht zur Diskussion stand. Nun ja der Mops allerdings, mit seinem flachen kindlichen Gesichtchen und den braunen Augen, weckt bei den meisten Menschen eher den Elterninstinkt.

So habe ich es dann also auch anstandslos hingenommen, dass dieses eigenartige Hund/Kind Wesen wie selbstverständlich mein Bett erklomm. Disziplin braucht ja allenfalls ein Hund der noch Jahre zu leben hat und nicht Monate.

Zu meinem großen Glück war ich seinerzeit beruflich in einer Situation in der ich den Hund problemlos in den Arbeitsalltag integrieren konnte. So entstand über das 24h Zusammensein eine enge Bindung.

Ein Mops mit “Nein”-Gefühl

Nun zeichnete sich ab, dass der Hund leben würde und es ließ sich nicht vermeiden, nun doch einige Regeln aufzustellen und ein Training zu beginnen. Die Rasse Mops ist im Allgemeinen allerdings alles, außer kooperativ.

So auch Emma. Eigenwillig, stur und schwer zu trainieren. Allerdings nicht aufgrund mangelnder Intelligenz. Nein Emma hat eine sehr gute Vorstellung davon was sie will und auch wie sie dies, unabhängig von meinem Willen, umsetzen kann.

Für gewöhnlich kommandiert man einen Hund im Befehlston der keinen Raum für Interpretation lässt.

In meinem Fall hat sich dummerweise gezeigt, dass Befehlston und Bestrafung den Hund derart verschreckten dass Stunden vergingen ehe Emma aus ihrem Versteck hervorkam.

Meine Trainingseinheiten waren tatsächlich also nur mit einer Extraportion Geduld und einem gänzlich anderen Vorgehen zu erreichen. 1:0 für Emma.

Wer hat hier wen erzogen?

Der Mops sucht sich grundsätzlich die Version von Befehlen aus, die ihm passt. Immerhin haben wir jedoch die Grundkommandos wie Sitz, Platz, Pfötchen erlernt. Die Anweisung das Bett zu verlassen ist insofern hinfällig, da es bereits einmal erlaubt war und eine Abkehr von dieser Sitte ganz offensichtlich nicht zur Option steht.

Da während meiner Abwesenheit die Sitzmöbel ohnehin als gemütliche Kuschelplätze genutzt werden, gab es irgendwann auch nicht mehr das höfliche Zurückhalten in meiner Gegenwart. Diese Schlacht hatte ich, trotz mehrerer sanfter Versuche, verloren. 2:0 für Emma.

In den letzten Jahren bemerke ich auch, dass ich viel gelassener auf alle Widrigkeiten reagiere mit denen ich dank Emma im Alltag konfrontiert werde.

Eine ungeahnte Geduld hat sich meiner bemächtigt. Eine Nebenwirkung sicherlich wenn man mit dem sanftmütigsten Geschöpf der Welt zusammenlebt.

Ich lebe ebenso mit dem Phänomen dass der Mops offensichtlich täglich das fünffache seines Eigengewichtes an Haaren verliert. Meine Kleidung ohne Mopshaare? Lediglich frisch nach dem Kauf denkbar!

Gesundheitliche Probleme des Mopses

Die Atmung kann ich nicht wegdiskutieren. Die Schnauze ist viel zu kurz, das Gaumensegel zu lang. Es gibt die Möglichkeit einer OP, von der mein Tierarzt mir jedoch abgeraten hat weil das Ausmaß der möglichen Komplikationen die Vorteile überschattet.

Hitze ist ein Problem dem ich nur damit begegnen kann, dass ich die Spaziergänge im Sommer auf mehrere kleine Runden verteile. Aber ein übermäßiges Schnarchen kann ich nicht beklagen.

Wer die Menschen kennt, liebt die Hunde

Wer einen Hund besitzt kennt diese ehrliche Freunde wenn man nach Hause kommt. Bei einem Mops ist diese Freunde so in etwa 10fach potenziert. Dieses kleine Tier will förmlich jede Art der Freudenbezeigung gleichzeitig abarbeiten und quietscht dabei unbeholfen und überglücklich. Pure Liebe auf kleinstem Raum.

Ich habe mit Emma in diesem Jahr für die Teilnahme am Hamburger Mopsrennen trainiert. Manchmal kamen sehr disziplinierte Sprints heraus, ein anderes Mal blieb Emma auf halber Strecke stehen um zunächst einmal Passanten oder andere Hunde zu begrüßen oder vielleicht auch weil sie vergessen hatte warum sie losgerannt war.

Eine wunderbare Lektion über das Leben, die mich Emma bei dieser Vorbereitung gelehrt hat: Es geht nicht darum zu gewinnen. Es geht darum, dir selbst treu zu bleiben und glücklich zu sein, denn Spaß hatten wir in jedem Fall.

Á propos Spaß. Auch in meinem neuen Job ist Emma glücklicherweise schnell als Büromops integriert worden. So profitiert das ganze Büro von ein klein wenig mehr Gelassenheit im Alltag, denn wenn Emma unter dem Tisch auftaucht ist mindestens ein Kopftätscheln oder eine Knuddeleinheit Pflicht. Well played Emma!

Comments 3

    1. Habe schon eine Bleibe aufgetan die mich nicht einen Haufen Geld und meine Seele kostet. Wenn ich mich also durchringen kann, Emma gegen Tollwut impfen zu lassen, steht einer Teilnahme nichts im Weg. Vielleicht ja mit der ganzen Strongg-Bande?!

  1. Emma! Ein toller Beitrag. Danke! Ihr zwei, ein unschlagbares Team. Schön, dass es Menschen wie dich gibt, die so wundervolle Tiere zu sich nehmen, wenn andere sie nicht mehr wollen…..dich so verwahrlost zu überzeugen Sie zu lieben…War schon ihr 1:0 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Noch kein Benutzerkonto?
sign up

reset password

Zurück zu
log in

sign up

Zurück zu
log in