Kamelrennen mit Roboter-Jockeys


Jedem wird sofort klar sein, worum es beim Kamelrennen geht. Kurz gesagt: es ist wie ein Pferderennen nur eben mit Kamelen. So weit so gut. Was aber vielen nicht so präsent sein dürfte, ist der immense Stellenwert, den die Kamelrennen im arabischen Raum haben.

Lange Zeit standen diese stark in der internationalen Kritik, da als Jockeys bevorzugt Kinder eingesetzt wurden, die man oft wie Sklaven von ärmeren Familien aus Nachbarstaaten abkaufte. Auf diese Kritik reagierte man in den letzten 15-20 Jahren und so werden die Kamele heute nur noch von Roboter-Jockeys geritten.

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Entwicklung der Roboter fürs Kamelrennen

Kamelrennen

Schon 2001 fing die Regierung in Katar an, sich um die Entwicklung von Roboter-Jockeys zu kümmern. Ein erstes erfolgreiches Model wurde 2003 vorgestellt. Problematisch war aber, dass die Kamele auf Menschen und besonders menschliche Jockeys ausgerichtet waren.

Vor den ersten Robotern gerieten die Kamele meist in Panik.  So kam es zu Design-Versuchen, bei denen versucht wurde möglichst menschenähnliche Roboter zu konstruieren. Diese Versuche gingen von Gesichtsdarstellungen und traditioneller Kleidung bis hin zu typischen Düften und Parfüms, die den Tieren vertraut vorkommen sollten.

Weitere Probleme brachten aber auch die allgemeinen Bedingungen, denen die Roboter während eines Rennens ausgesetzt waren. Hohe Temperaturen, viel Sand und Staub, ein schneller und wackeliger Ritt – das sind bekanntlich alles Faktoren, die nicht besonders gut mit Technik harmonieren.

Ein erstes erfolgreiches Rennen konnte daher erst 2005 in Katar absolviert werden. Anfangs wogen die Roboter noch 16-18 kg. Mittlerweile ist man aber bei 2-3kg angekommen.

Wie funktionieren die Roboter-Jockeys?

Die Roboter bestehen im Wesentlichen nur noch aus einem kleinen Körper mit einem Arm. Dieser Arm bildet eine auf Knopfdruck ständig rotierende Peitsche, die dem Kamel auf den Hintern schlägt, um es anzutreiben. Dies sieht erstmal ziemlich fragwürdig aus, da das Kamel keine direkte Bindung mehr zu einem Reiter hat.

Dieser würde, wenn auch unwahrscheinlich, eventuell auf Erschöpfung oder andere Signale des Tieres reagieren. Der Roboter dagegen wird aus den nebenherfahrenden Autos per Fernbedienung gesteuert. Um aber dennoch eine Kontrolle über das Kamel zu behalten, sind die Roboter mit Sensoren für den Herzschlag des Kamels ausgestattet.

Da für die Tiere oft mehrere Millionen Euro gezahlt werden, kann man zumindest hoffen, dass auf das Wohlergehen geachtet wird, auch wenn die Bilder im Video nicht unbedingt danach aussehen.

Kamelrennen mit Roboter-Jockeys im Video auf Youtube.com:

Kamelrennen Fazit

Aus humanitärer Sicht sind die Roboter-Jockeys eine gute Entwicklung. Dass die Kamele von dieser Entwicklung profitieren, scheint aber eher nicht der Fall zu sein. Es ist wie bei fast allen Sportarten, bei denen Tiere zum Einsatz kommen und besonders der Reitsport sorgt hier häufig für Schlagzeilen.

Der Vorwurf der Tierquälerei ist immer präsent. Einen interessanten Beitrag zu dem Thema insgesamt findet ihr auch in diesem Video in der ARD-Mediathek.

 

Bildquellen

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