Geht Wandern!


Wandern: Es macht Spaß und ist entspannend – aber es kann auch ein wichtiger Teil eines Fitnessprogramms sein. Habt Ihr jemals jemanden getroffen, der es bereut hat, eine gute Tageswanderung gemacht zu haben? Ich auch nicht!

Wandern – Was ist dran?

Es gibt etwas Besonderes an mäßiger Bewegung in der Natur. Man fühlt sich hinterher einfach erfrischt, erneuert und befriedigt. Aus diesem Grund wird Wandern nur selten als Sport angesehen, wie Langstreckenlauf oder Mountainbiking – beides schmerzhafter und wesentlich belastender für den Körper.

Effekte auf den Menschen unter der Lupe
Neuere Studien zeigen, dass ein Waldspaziergang – vor allem im richtigen Tempo – eine hervorragende Möglichkeit ist, Ausdauer und Kraft aufzubauen.

In eine Studie, die Anfang dieses Jahres in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht wurde , hat ein Team von Forschern der Universität Innsbruck in Österreich, ihre Testpersonen zwei verschiedene, jeweils drei Stunden dauernde, Wanderungen absolvieren lassen. Jede der Wanderungen unter eigenen Bedingungen.

Was genau kam bei der Studie heraus?

Der erste Durchlauf war ein “schneller Spaziergang” auf einem Indoor-Laufband; der zweite war eine Outdoor-Wanderung durch die Berge. Am Laufband wurden die Neigungseinstellungen so konstruiert, dass sie die Outdoor-Route so genau wie möglich nachahmen, so dass die körperliche Belastung beider Szenarien annähernd ähnlich war. (Die Forscher konnten die Laufbänder nicht auf Gefälle einstellen, weshalb Outdoor-Bergab-Segmente zu flachen Indoor-Segmenten wurden.)

Während und unmittelbar nach beiden Übungen sammelten die Forscher physiologische und psychologische Befunde. Was sie herausgefunden haben ist interessant, ein wenig paradox und spricht für das Wandern.

Die Teilnehmer verlangten sich während der Outdoor-Wanderung mehr ab als Indoor. Dies zeigen die Auswertungen der Herzfrequenz, die Outdoor im Durchschnitt um sechs Schläge pro Minute höher war.

Paradox:
Im Lichte dieser Werte sollte man nun widerum denken, dass die Teilnehmer die Outdoor-Wanderung als anstrengender und vielleicht weniger erfreulich erlebt hätten. Aber das Gegenteil: Sie berichteten über ein gesteigertes Glücksgefühl, sowohl während als auch unmittelbar nach der Outdoor-Wanderung, und sie sagten, sie fühlten sich danach weniger müde.

Anders ausgedrückt: Sich in der Natur auszupowern fühlt sich besser an als drinnen.

Natürlich ist es jetzt nicht so ganz überraschend, dass ein stures Laufbandtraining von einer Outdoor Wanderung geschlagen wird.Die Forschung ging nun aber noch weiter und untersuchte untersuchte die psychologischen Effekte des Wanderns in der Natur gegen einen Spaziergang in einer städtischen Umgebung.

Diejenigen, die 90 Minuten in der Natur wanderten, sagten nicht nur selbst, dass sie das Grübeln verminderten, sondern zeigten auch eine verringerte neuronale Aktivität im mit Angstzuständen und Depressionen assoziierten Teil des Gehirns .

Mit anderen Worten, Wandern fordert den Körper heraus und scheint gleichzeitig den Geist zu beruhigen.

Wandern liefert visuelle Reize

Martin Niedermeier, Hauptautor der Studie PLOS One, sagt, dass vor allem die Natur und vor allem grüne Umgebungen den wahrgenommenen Stress und die Müdigkeit reduzieren können.

“Die visuellen Reize in der Natur dienen als sogenannte weiche Faszination”, sagt er, “was zu einem geringeren wahrgenommenen Stress und Erschöpfung führen könnte.”

Niedermeier sagt, dass diese Erkenntnisse aus einem einfachen Grund wichtig sind: “Die Menschen neigen dazu, körperliche Aktivität regelmäßiger ausgeführt wird wenn man sie genießt. ”

Wandern ist eine großartige Abwechlung von der Monotonie des städtischen Gedränges und Straßenverkehr. Zusätzlich zum positiven Effekt auf die Psyche trägt Wandern mit einem reduzierten Verletzungsrisiko aber ebenso dazu bei, eine gewisse Fitness zu entwickeln, die auf die meisten sportlichen Aktivitäten übertragen werden kann. Wandern kann aber auch dabei helfen, den Tunnelblick abzulegen der sich einstellt wenn mann allzu sehr in seiner täglichen Trainingsroutine gefangen ist.

Wie gehst Du Deine Wanderung am Besten an?

Ein zweistündiger Lauf wird zu einer Tageswanderung umfunktioniert. Die Herausforderung sollte groß genug sein, um nicht genügend Zeit zum plaudern zu haben, aber an keiner Stelle solltest du das Gefühl haben, dass du rennst.

 

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