Ernährungsregeln überarbeitet – Die DGE reagiert auf Kritik


Fast jeder hat sie schon mal gesehen, die Ernährungsregeln der DGE. Oft veranschaulicht in Pyramiden und Diagrammen sollen sie Auskunft geben, welche Nährstoffe zu welchen Anteilen aus welchen Lebensmitteln bezogen werden sollten. Doch seit einigen Jahren standen diese Regeln in der Kritik.

Einerseits galten viele Empfehlungen als längst überholt und andererseits wirkten die Regeln starr und steif. Sie waren nahezu irreführend, wenn es beispielsweise um Menschen mit Gewichtsproblemen ging. Deswegen hatte die DGE 2017 ihre 10 Regeln zur vollwertigen Ernährung überarbeitet. Vieles wurde verbessert. Ein wenig Kritik blieb dennoch.

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Die 10 Regeln – Was wurde geändert?

Was besonders häufig kritisiert wurde, war der Rat “reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln” zu essen. Gerade diese kohlenhydratreichen Lebensmittel gelten seit einiger Zeit als Dickmacher und sättigen nur bedingt. Wobei man gerade bei der Kartoffel sagen muss, dass sie zumindest als Pellkartoffel ein naturbelassenes Lebensmittel mit vergleichsweise wenig Kalorien, aber vielen Vitaminen und Mineralstoffen ist. Dick macht sie meist erst durch die falsche Zubereitung in Form von Bratkartoffeln oder Pommes. Dagegen wurde die Regel zu den Getreideprodukten vernünftig konkretisiert, denn jetzt liegt der Schwerpunkt auf Vollkorn, was vorher nicht eindeutig war.

Weiterhin wurde der Punkt, Eier nur in Maßen zu konsumieren, gestrichen. Ebenso die Empfehlung, auf fettarme Fleischerzeugnisse und Milchprodukte zurückzugreifen. Hier folgt man insbesondere dem schon lange bekannten Forschungsergebnis, wonach sich das Cholesterin in Eiern und in tierischen Produkten nur unwesentlich auf den Cholesterinspiegel im Blut auswirkt.

Lautete die fünfte Regeln vorher noch “Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel” hat man hier die Kurve gekriegt und jetzt als Regel “Gesundheitsfördernde Fett nutzen” aufgestellt. Der Hinweis, dass man bevorzugt pflanzliche Öle und Fette mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren zu sich nehmen soll, bestand auch schon zuvor, aber jetzt wurde nochmal verdeutlicht, wie wichtig sie für den Organismus sind.

Wichtig ist auch, dass die DGE jetzt deutlich gemacht hat, dass es sich in erster Linie um Empfehlungen und nicht um Ge- und Verbote handelt. In der Vergangenheit gab es diesbezüglich immer wieder Probleme, wenn Ernährungsfachleute für ihre präventiven Kurse Zuschüsse von den Krankenkassen bekommen wollten, diese Kurse sich aber nicht starr nach den Regeln der DGE richteten.

Zum Nachschlagen sind hier nochmal die neuen Regeln von 2017 und zum Vergleich die Regeln von 2013 verlinkt.

Was bleibt problematisch?

Kritisiert wird vor allem, dass die DGE weiterhin an ihrem Nährstoffverhältnis festhält. Ein deutlicher Verweis auf eine geringere Zufuhr von Kohlenhydraten wäre von Kritikerseite her wünschenswert gewesen. Im gleichen Zug hätte dann der Eiweißanteil in der Ernährung erhöht werden sollen, denn gerade auch für ältere Menschen sei Eiweiß essentiell, um Muskelabbau entgegenzuwirken.

Artikel zu dem Thema auf www.aerzteblatt.de.

Kritik an den alten DGE-Ernährungsregeln im Video auf Youtube.com:

Ernährungsregeln der DGE – Nicht perfekt, aber hilfreich

Auch wenn wir gesehen haben, dass Kritikern zufolge noch Verbesserungsbedarf besteht, muss man trotzdem zugestehen, dass die Regeln der DGE sehr hilfreich sein können. Nicht alle Menschen sind gleich und haben den gleichen Stoffwechsel. Auch die alltägliche Tätigkeit ist oft eine ganz andere. Der Aspekt, dass es eben nur Empfehlungen und keine Ge- und Verbote sind, sollte daher immer im Hinterkopf behalten werden.

 

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