Cricket – ein Weltsport mit Teepause


Allein die Teepause ist für diesen Sport bezeichnend und jeder weiß schon, wo es bei Cricket hingeht: Nach Großbritannien und den Nachfolgestaaten des britischen Empire.

So kann man die Beliebtheit von Cricket auch sehr gut geografisch einteilen: Auf der einen Seite haben wir Groß Britannien mit den ehemaligen Kolonien und auf der anderen Seite den kopfschüttelnden Rest der Welt. Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Auch in Deutschland hat Cricket in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt.

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Was ist Cricket?

Die Geschichte von Cricket-Spielen in England geht bis ins 16. Jh. zurück. Vermutlich ist das Spiel aber noch älter. Mit der Kolonialisierung Nordamerikas kam das Spiel im 17. Jh. auch in die Neue Welt und fand im Zuge der weiteren Kolonialisierung im 18. Jh. auch Verbreitung in Indien und in der Karibik, wo es heute besonders populär ist. Dazu kamen dann noch Australien, Südafrika und Neuseeland.

Cricket wird sehr oft mit Baseball verglichen, weil Cricket eben auch zu den Schlagballspielen gehört. Die Unterschiede sind jedoch immens. Einen guten tabellarischen Vergleich findet ihr in diesem Wikipedia-Artikel (englisch).

Wie wird Cricket gespielt?

Da viele hier in Deutschland kaum etwas über Cricket wissen, wollen wir euch die Spielregeln einmal kurz und knapp erklären:

Spieler: Cricket wird mit zwei Teams mit je elf Spielern gespielt.  Pro Runde (Inning) stehen sich zwei Spieler der schlagenden Mannschaft sowie elf Spieler der werfenden Mannschaft auf einem ca 18.000 qm großen ovalen Feld gegenüber. Den Kern des Spiels macht das Duell zwischen dem Werfer (Bowler) und den Schlagmännern (Batsmen) aus.

Ausrüstung: Auf den ersten Blick ähnelt Cricket dem uns wesentlich vertrauterem Baseball. Zu den Spielgeräten gehören neben dem flachen Schlagholz (Bat), ein meist roter Ball sowie die Tore (Wickets) – zusammengebaut aus drei senkrechten Stäben und zwei locker darauf liegenden Hölzchen.

Spielablauf: Ziel des Werfers ist es, mit dem Ball das Wicket zu treffen und zu zerstören, während der Batsman versucht, den Ball mit dem Schläger möglichst weit über das Spielfeld zu schlagen. So lange der Ball nicht zurück bei einem der beiden Tore ist, versucht der Batsman so oft es geht auf dem Pitch (Streifen von ca. 20 m Länge und 3 m Breite) zwischen den beiden Wickets hin und her zu laufen.

Bei jedem erfolgreichen Run sammelt er Punkte. Das Feldteam versucht natürlich den weggeschlagenen Ball wiederzuholen. Ist der Batsman noch unterwegs, während ein Feldspieler das Wicket trifft oder sein weggeschlagener Ball wird direkt aus der Luft gefangen, ist er „Aus“ und wird durch einen anderen Schlagmann ersetzt.

Dieser Ablauf wird so lange wiederholt, bis alle Schlagmänner ausgeschieden sind. Dann ist eine Runde zu Ende und die Teams wechseln die Positionen.

Spieldauer:  Je nachdem, wie viele Würfe pro Bowler oder Innings vereinbart werden, kann ein Cricket-Spiel mehrere Stunden oder sogar Tage dauern. In der Bundesliga und in den Meister-Playoffs dauern die Spiele oft mehr als sechs Stunden.

Nicht unbedingt ein zuschauerfreundlicher Sport, aber bei weitem nicht so kompliziert, wie oft gesagt wird. Die detaillierten Regeln findet ihr auch nochmal auf der Seite des DCB (Deutscher Cricket Bund) als PDF.

Cricket Regeln im Youtube-Video:

Die Situation in Deutschland ist schwierig

Das Problem beim Cricket beginnt in Deutschland schon bei den Spielflächen. In Deutschland dominiert Fußball die Sportplatz-Landschaft, aber ein Fußballfeld hat lediglich ca. 7100 qm. Für Cricket werden mit 18 000 qm mehr als zwei Fußballfelder benötigt.

Solche Plätze gibt es in Deutschland kaum. Dazu fehlt es auch noch an finanzieller Förderung, da der Deutsche Cricket Bund noch nicht Mitglied beim Deutschen Olympischen Sportbund ist. Um die Förderungen dort zu erhalten bräuchte er 10 000 Mitglieder und schon jetzt sind die Kapazitäten auf den Cricketplätzen erschöpft.

Hier besteht dringend Handlungsbedarf, denn die Nachfrage ist in den letzten Jahren besonders aufgrund der Immigration von Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien stark gestiegen.

 

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