Brunton Hydrogen – Stromerzeugung für unterwegs


Das wir euch auch hin und wieder über Alternativen zur Energieerzeugung berichten habt ihr wohl schon mitbekommen. Dazu muss die Idee aber wirklich durchdacht sein und das ganze muss funktionieren. Wir haben etwas entdeckt, von dem wir wirklich überrascht waren und werfen direkt mal eine Frage in den Raum: Wer hat eigentlich gesagt, dass die Wasserstoffbrennzelle nur für Autos konzipiert worden ist?

Die Technologie

Die Firma Brunton hat ein komplettes System zur Stromerzeugung für unterwegs entwickelt. Das funktioniert so: Eine Wasserstoffpatrone wird über die optional erhältliche Ladestation geladen und in den Konverter gesteckt. Dieser Wandelt nun die durch Katalyse destillierten Wassers gespeichert Energie in Strom um und gibt diesen an die USB-Buchse weiter. Von hier aus kann jedes Smartphone bzw. Device, welches mit USB-Ladestrom versorgt werden kann, geladen werden. Ist die Brunton-Patrone alle, lässt sich der Ladevorgang beliebig oft wiederholen. Dazu müsst ihr euch nicht einmal die Ladestation kaufen. Es reicht, einen autorisierten Brunton-Dealer in der Nähe zu haben. Dieser tauscht euch gegen einen kleinen Obulus die leere Patrone gegen eine neue.

Wozu das ganze?
In Zeiten, in denen Energiegewinnung immer mehr zu Lasten des Planeten geht sollten wir darauf achten wie wir unsere Energie erzeugen und gebrauchen. Brunton hat sich dieser Aufgaben angenommen und ein komplettes System entwickelt. Je weniger abhängig wir sind, desto besser.

Vor- und Nachteile
Das ganze Prinzip ist toll und die Idee zur Stromversorgung mobiler Geräte die Brennzellentechnologie zu verwenden, ist in der Form einzigartig. Trotzdem haben wir da doch etwas zu meckern. Die Konverter und die Brunton-Patronen sollen Batterien ersetzen. Trotzdem lehnt sich ihre Form stark an Batterien an. Was passiert mit ausgedienten Patronen? Landen diese nicht auch wieder im Hausmüll? Die Herstellung der Patronen kostet mit Sicherheit nicht viel, aber in der Menge (inkl. Konverter und Ladestation) doch mehr als andere Systeme. Noch ein Ärgernis: Es gibt kaum Punkte an denen man die Patronen tauschen kann. Man ist also fast darauf angewiesen eine Ladestation zu kaufen. Überhaupt, eine Ladestation für etwas was etwas anderes Laden soll? Irgendwie merkwürdig. Das wäre an und für sich nicht schlimm, wenn diese Ladestation der Ladestation nicht mit Strom betrieben werden müsste. Wozu soll ich mir denn die Mühe machen, die Patronen aufladen und dann den Konverter nutzen, wenn ich mein Smartphone auch direkt an die Steckdose hängen kann? Keine besonders clevere Strategie, Jungs!

Die Kosten
Wie bereits angesprochen braucht ihr mindestens das Basisset. Dieses umfasst einen Konverter und 2 Patronen und ist für ca. 150 Euro zu haben. Die Ladestation schlägt nochmal mit 250 Euro zu Buche. Eine einzelne Patrone ist für ca 13 Euro zu haben.

Fazit

So ganz ausgereift ist die Idee wohl noch nicht. Eine mobile Brennstoffzelle ist durchaus cool und reizvoll, aber wenn man zum Laden dann doch wieder Strom braucht ist das ganze ein wenig sinnfrei. Mobiler Strom hin oder her. Zwar wirbt Brunton damit, dass die Ladestation der Patronen auch mit einem Solarpaneel betrieben werden kann, aber dann haben wir wieder das Problem: Eine Ladestation für die Ladestation der Ladestation. Da muss Brunton nochmal mächtig nachlegen um die Idee technologisch sinnvoll zu verpacken. Wir sind gespannt und berichten wenn es etwas neues gibt.

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Comments 3

  1. naja nützlich ist das doch schon. Also mal vom Preis abgesehen. Ich würde das ganze Paket nicht als Stromerzeuger an sich betrachten, davon war damals bei der Brennstoffzelle-im-Auto-Geschichte ja auch nie die rede, sondern als Energiespeicher. Damit wäre es ja nichts anderes als eine Backup-Batterie.
    Die Frage bleibt nur: habt ihr herausgefunden, wie viel Energie man mit einer Patrone aus dem Anschluss ziehen kann? Dann erst dann stellt sich meiner Meinung nach die Frage, ob diese Erfindung sinnvoll ist.
    Und natürlich spielt das Volumen eine riesige Rolle: Wenn ich 10.000 mAh (4 iPhone-Ladungen) in einer Powerbank locker in die Hosentasche bekomme, werde ich wohl kaum einen ganzen Koffer an Brennstoffzellenequipment für die gleiche Energieausbeute mit schleppen.
    Wenn das geklärt ist: geile Idee. Schont auf alle Fälle Ressourcen, die in Akkus drauf gehen würden.

    1. Hallo Pete,

      toll, dass du dich für die mobile Stromversorgung von Brunton interessierst. Mit der Stromerzeugung hast du natürlich recht. Das Hydrogen erzeugt unterwegs keinen Strom, sondern speichert ihn nur. Die Frage ist allerdings, wie der Strom zum Speichern erzeugt wird. Vor etwas längerer Zeit haben wir schon mehrere mobile Solarpaneele getestet bei denen sowohl die Erzeugung, als auch die Speicherung wunderbar ohne Zusatzenergie funktioniert.

      Deshalb habe ich im Text auch das Argument der Station angeführt. Warum sollte ich mir eine Station kaufen oder mir Wechselpatronen besorgen (die auf die gleiche Weise wieder mit Energie gespeist werden), wenn ich alles auch ganz ohne Strom aus der STeckdose haben kann?

      Nichtsdestotrotz ist die Stromausbeute gut und das Konzept innovativ. Daran besteht kein Zweifel.

      Liebe Grüße

      Maik

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