Air up Trinkflasche

Air Up Trinkflasche ausprobiert

Unbezahlte Werbung: Die Air Up Trinkflasche habe ich im Sommer bei Amazon entdeckt. Das Produkt verspricht eine Weltneuheit zu sein. Die Erfinder sprechen davon, dass Trinken neu erfunden zu haben und machten ordentlich Lärm und die Air Up Trinkflasche. Was es damit auf sich hat, werde ich euch in diesem Artikel verraten. Ich habe die Air Up Trinkflasche natürlich bestellt und ausprobiert. Gleich zu beginn eine Warnung – ich bin selten so hin und her gerissen, wie bei diesem Produkt.

Ich liebe Innovationen, neue Ideen und Ansätze. Ebenso halte ich es für sinnvoll Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Auge zu behalten. Die Erfinder der Air Up Trinkflasche haben in Sachen Nachhaltigkeit einen Ansatz gewählt, den ich selbst nicht für sinnvoll halte. Dennoch gefällt mir das Produkt selbst sehr gut.

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Zurück zum Thema: Air Up – die Trinkflasche mit Geruch

Air up Trinkflasche

Air Up ist eine Trinkflasche, die es ermöglicht Leitungs- oder Mineralwasser mit Geschmack zu versehen. Dies soll über sogenannte Duft Pads möglich sein. Dem Wasser wird also nichts hinzugefügt und trotzdem soll es am Ende nach Apfel, Limette oder Pfirsich schmecken. Hervorgehoben wird dies bezüglich, dass der Geschmack ohne Zucker oder Zusatzstoffe auskommt. Die Trinkflasche selbst fasst bis zu 650 ml Flüssigkeit. Pro Duft Pod können dann bis zu 25 Liter Wasser mit Geschmack versehen werden (oder sagt man “angereichert”?).

Air Up Trinkflasche: Die Funktionsweise
Die Trinkflasche gleicht auf den ersten Blick anderen Trinkflaschen. Schaut man sich den oberen Teil der Flasche genauer an, dann fällt auf, dass sich dort ein Strohhalm befindet. Um diesen herum ist eine Vertiefung. Hier kommen die sogenannten Duft Pads zum Einsatz. Nachdem man diese ausgepackt hat, werden diese über den Strohhalm geführt und in der Vertiefung befestigt. Die Idee sieht jetzt wie folgt aus: Während man das Wasser durch den Strohhalm trinkt, atmet man durch die Nase und nimmt den Geruch auf, welcher vom Duft Pod abgegeben wird. Damit dies funktionieren kann, muss man vor jedem Trinkvorgang, den Duft Pod nach oben ziehen um diesen zu aktivieren. Anschließend wird der Pod wieder nach unten in die Vertiefung gedrückt.

Retronasales Riechen – soll Leitungswasser Geschmack verleihen
Den Informationen auf der Webseite des Herstellers zufolge, macht sich die Air Trinkflasche das “Retronasale Riechen” zu nutze. Das ist die Fähigkeit, durch den Mund Gerüche wahrzunehmen. Gerüche werden dabei über den Rachenraum aufgenommen und zum Riechzentrum in der Nase transportiert. Das Gehirn interpretiert dies dann als Geschmack. Es heißt, dass bis zu 80% unseres Geschmacks durch Gerüche entstehen. Genau diesen Ansatz wollen sich die Erfinder der Air Up Trinkflasche nun zu nutze machen.

Das kostet das Trinken mit Geruch

Das Starter Set bestehend aus der Air Up Trinkflasche und 5 Duft Pods kostet zur Zeit 29,95 Euro. Mit den 5 Pods sollen sich bis zu 25 Liter Wasser mit Geschmack anreichern lassen. Weitere Duft Pods werden in 6’er Packs zu 9,99 Euro angeboten. Laut den Herstellerangaben lassen sich damit 30 Liter Wasser mit Geschmack anreichern. Bislang sind soweit ich gesehen habe ausschließlich Duft Pods vom Hersteller erhältlich und keine günstigeren Varianten. Auch gibt es derzeit noch keine Informationen darüber, ob man die Duft Pods ggf. selbst befüllen kann (z.B. inoffizielle Anleitungen/Life Hacks).

Meine Kritikpunkte zur Air Up Trinkflasche
Die Erfinder werben damit, dass durch die Verwendung der Air Up Trinkflasche Müll reduziert wird. So rechnen Sie auf der Webseite vor, wie viel Abfall durch die Nutzung von Plastikflaschen entsteht. Nach Angaben der Hersteller lassen sich durch die Nutzung der Duft Pods 10 0,5 Plastikflaschen einsparen. Die verwendeten Duft Pods können im gelben Sack entsorgt werden. Soweit so gut. Im Gegensatz zu Plastikflaschen kann mit dem Produkt also einiges eingespart werden. Dies wird dann auch in Verbindung mit Transport, Staus und CO2 gebracht.

Zitat:
Wir glauben, dass mit unserem wieder-befüllbaren System der Umwelt eine große Last erspart bleiben kann. Vergleicht man beispielsweise unseren Apfel-Pod (der für fünf Liter fruchtiges Wasser ausreicht) mit fünf Litern Apfelschorle (in insgesamt zehn PET-Flaschen zu 0,5 L) so sind wir auf den Plastikverbrauch gesehen 50-mal nachhaltiger. Hinzu kommt, dass für den Transport unserer leichten Pods viel weniger CO2 verbraucht wird, da unser Pod nur acht Gramm wiegt, wohingegen fünf Liter „Fertiggetränk“ über 5 Kilogramm wiegen und viel mehr Platz in LKWs brauchen. So sparen wir LKWs auf der Straße, Staus sowie CO2 und schonen unseren schönen Planeten.

Genau hier habe ich ein Problem. Die Idee ist cool und gefällt mir wirklich gut. Doch weshalb die Erfinder nicht einfach einen Schritt weiter gegangen sind, bleibt mir absolut schleierhaft. Klar, aus einem unternehmerischen Standpunkt ist das Produkt genial. Man schafft eine Art “Abo Modell” bzw. eine gewisse Abhängigkeit. Wer das Produkt nutzen möchte, der muss die Duft Pods vom Hersteller kaufen und so verdient man nicht nur an jeder verkauften Trinkflasche einmal, sondern langfristig durch den Verkauf der Duft Pods.

Am Ende müssen trotzdem Dinge recycelt werden. Die Pods müssen nach wie vor durch die Gegend gefahren werden. Weshalb also nicht einfach einen Schritt weiter gehen:

– die Nutzer selbst in die Lage versetzen Duft Pods zu befüllen
– die Duft Pads streichen und stattdessen das Wasser selbst mit Früchten oder Gemüse versetzen (Stichwort: Infused Water)

Gerade in Sachen “Infused Water” gibt es längst einige Produkte, die über eine Art Sieb oder Mühle innerhalb der Trinkflasche verfügen. Damit entfallen Duft Pods die gekauft und anschließend recycelt werden müssen. Die Sache an sich wird außerdem auch erheblich günstiger. Jetzt könnte man natürlich argumentieren: Klar ist die Idee nicht perfekt. Allerdings sorgt Air Up für eine deutliche Reduzierung des Mülls und animiert vielleicht den ein oder anderen mehr Wasser zu trinken. Dem kann und will ich gar nicht widersprechen.

Meiner Ansicht nach wurde die Idee hier einfach nicht konsequent zu Ende gedacht. Laut dem Hersteller hat man sich im übrigen gegen den Ansatz entschieden, dass Wasser mit z.B. Früchten zu versetzen entschieden, da viele Früchte angeblich Pestizide enthalten würden. Diese könnten dann über das Wasser abgegeben und beim Trinken in den Körper aufgenommen werden.

Hierzu muss ich sagen: klar, wer billiges Obst oder Gemüse kauft, der muss davon ausgehen. Wer auf Bio oder selbstangebautes Obst und Gemüse zurückgreift, wird sich dies bezüglich wohl keine Sorgen machen müssen. Ein weiterer Kritikpunkt der mir gerade noch eingefallen ist: Die Intensität des Geschmacks. Bei meinen Tests mit verschiedenen Aromen, Leitungswasser und sogar Mineralwasser, konnte ich trotz “freier Nase” kaum einen Geschmack feststellen. Auch meine Mit-Tester waren nicht überzeugt. Am Ende war kaum ein Geschmack festzustellen.

Air Up Trinkflasche: Was mir gefällt
Es gibt neben den Kritikpunkten auch einiges, was mir wirklich gut gefällt. Neben der Innovation an sich, gefällt mir die Trinkflasche und ihr Design. Auch die Verarbeitung der Trinkflasche ist gut. Besonders gut gefällt mir vor allem, dass die Flasche aus hochwertigen Materialien hergestellt wurde. Die Flasche besteht aus BPA-freiem Tritan, das auch für Babytrinkflaschen verwendet wird. Das Mundstück besteht aus lebensmittelechtem Silikon. Daher braucht man sich keine Sorgen um BPA oder Weichmacher zu machen.

Trotz all meiner Kritikpunkte möchte ich festhalten, dass mir die Idee grundsätzlich ausgesprochen gut gefällt. Müllreduzierung ist ein verdammt guter Anfang und nicht schlecht zu reden. Auch finde ich es wichtig, dass es innovative Produkte auch in den Einzelhandel schaffen und dementsprechend die Massen erreichen können. Für mich persönlich bleibt am Ende die Variante Wasser mit Früchten und Gemüse zu versetzen einfach attraktiver (natürlicher, günstiger, nachhaltiger).

Kundenrezensionen – Air Up Trinkflasche Erfahrungen
Beim online Händler Amazon hat die Air Up Trinkflasche inzwischen satte 1.088 Bewertungen erhalten. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Einige loben das Produkt, während andere sich schlicht und einfach verarscht fühlen. 5 Sterne gab es von 56% der Käufer, 4 Sterne gaben dann nur noch 11%. 3, 2 und 1 Sterne gab es von 9, 7 und 18% der Käufer. Damit sind quasi alle Meinungen deutlich vertreten. Noch überwiegen die 5 Sterne Bewertungen jedoch. An mangelnden Informationen seitens des Herstellers kann der Frust jedoch nicht liegen. Hier muss ich sagen legt sich der Hersteller wirklich ins Zeug. In der Produktbeschreibung wird bereits ausführlich erklärt, wie die Flaschen funktionieren sollen. Darüber hinaus wird immer wieder angeboten, den Support des Herstellers zu kontaktieren um Hilfe zu bekommen. Auch die Webseite des Unternehmens bietet viele Informationen zum Produkt und dessen Verwendung.

Fazit zur Air Up Trinkflasche

Air up Trinkflasche

Irgendwie tut es mir schon leid. Immerhin gefällt mir die Idee, der Ansatz ist innovativ und Nachhaltigkeit fetzt. Doch was hilft’s wenn das Produkt einfach nicht liefern kann? Immerhin verspricht der Hersteller Wasser mit Geschmack und eben dies scheint in vielen Fällen ja in der Praxis nicht zu funktionieren. Ich selbst habe das Produkt getestet und außerdem 4 weiteren Personen auch die Möglichkeit gegeben, das Produkt auszuprobieren. Schwierige Sache wenn das Produkt am Ende nur bei knapp der Hälfte der Käufer funktioniert.

 Zum Schluss noch eine Frage: Was trinkt Ihr lieber: Wasser ohne alles, mit Kohlensäure oder Geschmack?

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