40inch im Interview


Longboarding Magazin

Diese Woche habe ich die Macher des 40inch Longboard Magazins mit Fragen gelöchert. Longboarding erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Menschen, die sich sonst eher nicht so viel bewegen, entdecken das Skaten auf diesen gemütlichen Skateboards für sich. Mit dem 40inch Longboard Magazin gibt es jetzt auch eine regelmäßig erscheinende Informationsquelle rund um das Thema Longboard und co. Das Magazin kann als Printvariante und Onlinevariante gelesen werden.

Das 40inch Longboard Magazin im Interview

Strongg: Ihr seid Herausgeber eines Longboard Magazins. Ist das Magazin auch für Personen interessant, die “noch” nicht auf dem Longboard stehen?

40inch: Grundsätzlich richten wir uns an alle Boardsportverrückten… Einsteiger wie Pros werden bei uns gleichermaßen fündig. Wir legen unseren Fokus auf die Geschichten rund um Brettsportarten. Natürlich mit dem Schwerpunkt Longboard.

Strongg:Wie kam es dazu, dass Ihr euch dazu entschlossen habt, ein Longboard Magazin herauszugeben?

40inch: Wir waren jung und brauchten das Geld… nee eigentlich ist uns aufgefallen, dass es entweder reine Surfmagazine gab oder reine Skatemags. Bei den Skatemags, die ja eher in unsere Richtung gehen, wirken die Inhalte irgendwie geclont. Dutzende Seiten mit Fotoserien auf denen Kids irgendwelche Treppen runterspringen. Seite für Seite. Das Thema Longboard wurde in keinem der Magazine erwähnt. Für uns war es ein Wagnis. Ich drücke es mal vorsichtig aus, keiner von uns hat die journalistischen oder verlagstechnischen Basics gelernt. Auch die Finanzdecke war eigentlich nicht so, dass wir komplett durchdrehen konnten. Wir standen also fachlich und logistisch vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Dementsprechend war die erste Ausgabe auch nicht so unser Highlight.

Aber mit der Zeit sind wir in das Thema reingewachsen und die Community hat uns nach anfänglichen Problemen gut aufgenommen und supportet uns sehr stark. Unser Glück ist auch, dass wir mit den vielen US-Brands auch nicht grade auf Kriegsfuß stehen und wir von der anderen Seite des Atlantiks immer mal wieder Stories kriegen, die bisdato so noch nicht zu lesen waren. Als deutsches Magazin versuchen wir aber natürlich möglichst viel aus deutschen Landen zu berichten.

Strongg: Was kann man sich unter Longboarding vorstellen?

40inch:Einfach gesagt. Vier Rollen, ein Brett und reichlich Spaß an der Backe. Die Historie geht bis in die 30er des letzten Jahrhunderts zurückund hatte dann einen gigantischen Aufschwung in 1965. Der dauerte 1-2 Jahre, dann hat die Profitgier das Thema beendet. Bretter wurden qualitativ mangelhaft gebaut und der Sport wurde von der Straße in die Parks verbannt, da die Anzahl der Unfälle extrem zunahm. Die US Regierung legte sehr hohe Strafen fest, wenn du mit deinem Brett auf der Straße erwischt wurdest. Da hat dieses rebellische, das uns Longboarder/Skateboarder begleitet, wohl seinen Ursprung. Aber die Kids wollten natürlich Skaten und zogen dann in die Parks die an der ganzen US Westküste angelegt wurden.

So kam das “Streetskaten” auf und verdrängte zunächst das Longboarden aus den Köpfen der Leute. Als dann die Technik Anfang der 70er, Bretter und Wheels möglich machte, die für schnelle Abfahrten geeignet waren, da war das Thema Longboarden längst nicht mehr interessant. Es gab immer eine Szene, aber die war nie so groß wie die der Streetskater. Erst um 2005 ist ein wahrer Boom ausgebrochen. Anfangs in den Staaten und nun auch immer mehr bei uns. Longboarden unterscheidet sich in erster Linie in den Brettern, Achsen und Rollen vom herkömmlichen Skaten.

Strongg: Was macht eurer Meinung nach Longboarding aus?

40inch: Wir hören in Interviews immer diese Plattitüde von wegen Freiheit und so weiter. Nein, ich glaube Longboarden ist durch seine leichte Erlernbarkeit und die verschiedenen Disziplinen so faszinierend. Vom kleinen Kind (ich würde ab ein Longboard frühestens ab 10 Jahren empfehlen) bis hin zum Mitfünfziger ist alles dabei. Klingt auch platt – ist aber so: Longboarden verbindet die Generationen.

Strongg: Ist Longboarding auf dem Weg zum Breitensport?

40inch: Die Definition Breitensport hat sowas von Jogging oder Nordic Walking… Also der reine Sport im Sinne von Wettkämpfen im oberen Leistungsbereich wird wohl eine Domäne der Jugend bleiben. Ich persönlich kenne niemanden der mit über 40 angefangen hat und noch in die vorderen Plätze fährt. Im Slalom eventuell, aber auch hier wird es auf kurz oder lang Veränderungen geben. Es sind ja in diesem Jahr einige Dinge in Sachen Verbandsarbeit geplant und ich glaube das wird der Sache noch mal einen Schub geben und den Longboardsport mehr in die Öffentlichkeit bringen. Es wird ein interessantes Jahr.

Was wir aber feststellen können ist, dass die Anzahl der Fahrer in Deutschland sich vervielfacht hat. Es kaufen sich soviele Leute Bretter und es werden auch viele davon dem Sport erhalten bleiben. Klar ist das ein Trend, aber im Gegensatz zum Rollerbladen oder Scooterfahren ist die Kultur eine Gewachsene und hat eine Historie, die sehr interessant ist. Aber Breitensport, nein das sehe ich jetzt nicht.

Strongg: Warum ist Longboarding eurer Meinung nach ein Sport, der unbedingt mal ausprobiert werden sollte?

40inch: Muß man nicht. Ich glaube, entweder hast du Bock drauf oder nicht. Wir wollen ja niemand zu seinem Glück zwingen. Nicht jeder ist unbedingt rollbrettaffin. Aber speziell die Leute die mit dem Skateboard mal was versucht haben und gar keinen Spaß hatten, sollten es testen. Es ist so einfach mit dem Brett Spaß zu haben ohne sich weh zu tun. Und es ist sehr sicher. Es gibt auch nicht den Zwang unbedingt diesen oder jenen Trick zu lernenm wie beim Streetskaten. Es ist einfach der Spaß an der Bewegung und die Freude am Asphaltsurfen.

Strongg: Wie oder wo kauft man als Anfänger am besten ein Longboard?

40inch: Das liegt uns sehr am Herzen. Geht in einen Shop und laßt Euch beraten und dann kauft auch in dem Shop der euch berät. Es ist absoult tödlich für die ganze Branche wenn Leute in die Shops rennen, sich dort beraten lassen und dann ein Complete für 10 Euro günstiger kaufen, weil es online ein Schnapp ist. Damit wird dem ganzen das Wasser abgegraben. Was den Kauf des Brettes betrifft. Jeder hat seine eigenen Anforderungen an ein Brett. Wenn einem diese vielleicht auch noch nicht bewußt sind, der gute Shop sieht wie ihr euch bewegt, schätzt euer Gewicht ein und kann euch beraten.

Viele rennen in die Shops und sagen… ich will Downhill fahren… Aber sie meinen eigentlich damit, auch mal einen kleinen Hügel herunterfahren zu wollen. Da braucht man dann keine Carbonboards mit CNC Achsen. Aber die Wertigkeit sollte immer irgendwo gegeben sein. Ein Brett für 150 Euro ist nun mal nicht so gut zu fahren wie eines für 250 Euro. Ich würde meinen Fokus auf Allroundboards legen, wenn ich mir als Anfänger ein Brett kaufen wollte. Später wenn ich mich spezialisieren will, kann ich dann immer noch in die ein oder andere Richtung gehen, das genutzte umrüsten oder etwas neues kaufen. Diese Beratung kann euch nur ein Shop geben und Testfahren könnt und solltet ihr dort auch. Support your local Dealer!!

Strongg: Wo findet man heraus, wo man in seiner Stadt am besten Longboard fahren kann?

40inch: Im Zweifel würde ich bei Herrn Zuckerberg suchen. Es gibt mittlerweile in fast jeder größeren Stadt Rollrunden. Dort kann man sich austauschen und bestimmt auch Boards anderer Longboarder testen. In ein paar Fällen wie z.b. in Berlin werden die Rollrunden von Shops organisiert. Hier ist Laßrollen ziemlich bekannt. Oder geht in den nächsten Shop und fragt dort, wo Treffen sind…

Strongg: Gibt es Internetadressen die Ihr Leuten empfehlen könnt, die sich fürs Longboarding interessieren?

40inch: Auf Forum.longboardz.de findet ihr ein Riesenforum. Englischsprachig gibt es noch das Silverfishforum. Die Foren werden dank Facebook immer weniger genutzt, was eigentlich schade ist. Aber das kann man wohl nicht aufhalten. Natürlich unsere eigene Seite www.longboardmagazin.de, die in den nächsten Wochen wesentlich aktiver wird. Ab etwa Mitte April haben wir eine Vollzeitkraft die sich nur um die Seite kümmert und jeden Tag mit News füttert. Dann wäre dann noch Rolligbrettl.de aus Berlin, die auch schönen Content haben. Und das Langbrettmagazin sollte auch nicht vergessen werden, mit ebenfalls sehr guten Beiträgen speziell im Contestbereich.

Strongg: Zum Schluss habt Ihr noch mal die Möglichkeit kräftig für euer Magazin Werbung zu machen – legt los..

40inch: Rauf aufs Brett! Und falls ihr eine 40inch seht – kauft sie 🙂 Wir haben interessante Abomöglichkeiten. Der neueste Coup sind These Wheels in Kombi mit dem Abo. Mehr dazu in der Aprilausgabe. Alte Ausgaben könnt ihr auf www.40inch.de lesen.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit 40inch.de und dem Magazin!

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